Letztes Update am Do, 17.01.2019 16:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewalt an Frauen - Maßnahmenpaket: Frauenring ortet „Populismus“



Wien (APA) - Die Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, Klaudia Frieben, sieht in den von der Regierung präsentierten Maßnahmen zum Schutz von Frauen vor Gewalt „populistische Ankündigungen“. „Wir wissen, dass Gewalt gegen Frauen keine Frage der Herkunft der Täter ist, sondern vorrangig eine Frage von Machtverhältnissen“, betonte sie am Donnerstag. Täter seien meistens die (Ex-)Partner.

„Karin Kneissl spricht davon, dass Frauen sich auf der Straße nicht mehr sicher fühlen könnten, die meiste Gewalt passiert aber in den eigenen vier Wänden“, schrieb Frieben in einer Aussendung. Auch vor der Flüchtlingskrise seien die Frauenhäuser in Österreich überfüllt gewesen.

Die Ankündigung einer neuen Notrufnummer sei nicht nachvollziehbar. Die bereits bestehende Frauen-Helpline 0800/222-555 sei seit vielen Jahren etabliert und rund um die Uhr besetzt. Die Empfehlungen der Istanbul-Konvention, die Österreich ratifiziert hat, „liegen auf dem Tisch“, so Frieben: „Es geht darum, endlich Geld in die Hand zu nehmen und die umfassenden Maßnahmen im Bereich Prävention, Opferschutz und Täterarbeit umsetzen.“ Das Recht auf Gewaltfreiheit sei außerdem mit ökonomischer Sicherheit verknüpft, weshalb Kürzungen im Sozialsystem und bei der Arbeitsmarktpolitik der Sicherheit von Frauen sicher nicht zuträglich seien.




Kommentieren