Letztes Update am Do, 17.01.2019 17:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europaparlament verurteilt Unterdrückung der Proteste im Sudan



Straßburg/Khartum (APA/AFP) - Das Europaparlament hat den Einsatz brutaler Gewalt gegen Demonstranten im Sudan aufs Schärfste verurteilt. Die Regierung in Khartum müsse den willkürlichen Festnahmen, der Inhaftierung und Folter friedlicher Demonstranten ein Ende setzen, verlangte das Parlament am Donnerstag in einer Entschließung. Es müsse verhindert werden, dass noch mehr Blut fließt.

Auch die systematische Unterdrückung von Menschenrechtsaktivisten, Oppositionellen, Rechtsanwälten, Professoren, Studenten und engagierten Ärzten in dem nordostafrikanischen Land müsse beendet werden.

Seit dem 19. Dezember gehen die Regierungsgegner im Sudan fast täglich auf die Straße. Polizei und paramilitärische Kräfte gehen gegen die Demonstranten mit Schlagstöcken, Tränengas, Gummigeschoßen und sogar scharfer Munition vor. Nach amtlichen Angaben wurden bei den Kundgebungen bisher 24 Menschen getötet. Menschenrechtsgruppen sprechen dagegen von mindestens 45 Todesopfern. Nach Angaben der Behörden wurden seit Beginn der Proteste zudem 816 Menschen verhaftet. Nichtregierungsorganisationen gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl viel höher liegt.

Die Demonstrationen richteten sich zunächst gegen eine Erhöhung des Brotpreises. Rasch weiteten sie sich aber zu Protesten gegen den langjährigen Präsidenten Omar al-Bashir aus, gegen den seit Jahren ein internationaler Haftbefehl wegen Völkermordes besteht.

~ WEB http://www.europarl.europa.eu/portal/de ~ APA516 2019-01-17/17:14




Kommentieren