Letztes Update am Fr, 18.01.2019 10:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Messerangriff auf Ex-Mann: 47-Jährige in Korneuburg vor Gericht



Korneuburg (APA) - Weil sie ihrem ehemaligen Ehemann im August 2018 an einem Bahnhof im Bezirk Hollabrunn aufgelauert und ihn mit einem Messer angegriffen haben soll, ist eine 47-Jährige am Freitag in Korneuburg vor dem Schwurgericht gestanden. Die Angeklagte musste sich wegen versuchten Mordes verantworten, bestritt diesen Vorwurf aber. Die Beschuldigte räumte ein, ihren Ex verletzt zu haben.

Der Ex-Mann der Beschuldigten hatte laut Anklage sein Besuchsrecht ausgeübt und die beiden gemeinsamen Kinder am Abend des 12. August mit dem Zug zurückgebracht. Am Bahnhof übergab er den Nachwuchs seiner Ex-Schwiegermutter, die von der 47-Jährigen beauftragt worden war, die Kinder abzuholen. Sie selbst hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft zuvor in einem Heurigenlokal „fünf bis sechs weiße Spritzer“ getrunken.

Dennoch fuhr die Angeklagte zum Bahnhof. Als die Kinder weg waren, soll die Beschuldigte sich an ihren Ex herangeschlichen haben. Der Mann bemerkte sie und ging auf die 47-Jährige zu, ein Streitgespräch entwickelte sich. Im Zuge dessen zog die Beschuldigte laut Anklage das Messer aus der Handtasche und stach in Richtung des Brustbereichs des Mannes.

Das Opfer wehrte den Angriff mit der rechten Hand ab und erlitt dabei eine blutende oberflächliche Schnittwunde an der Hand sowie am Daumen. Im Anschluss lief der Mann davon und suchte Zuflucht in einem Haus in Bahnhofsnähe. Die 47-Jährige fuhr dem Opfer laut Anklage zuerst mit dem Auto nach und stellte sich später der Polizei.

Der Verteidiger der Beschuldigten hielt fest, dass die Stichbewegung mit geringer Intensität durchgeführt wurde und keine Lebensgefahr bestanden habe. Das ließe darauf schließen, dass die 47-Jährige ihren Mann nicht töten habe wollen. „Sonst hätte sie fester, gezielter zugestochen.“ Sie habe den Mann verletzt, räumte er ein. „Aber dass sie ihn umbringen wollte? Nein!“ Ein umfassendes und reumütiges Geständnis habe seine Mandantin bei einer ersten Einvernahme nur deshalb abgegeben, „weil ihr alles über den Kopf gewachsen ist“.




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