Letztes Update am Fr, 18.01.2019 11:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Parmalat startet Rückzug von Mailänder Börse



Rom (APA) - Der italienische Milchkonzern Parmalat startet mit dem Rückzug von der Mailänder Börse. Der französische Mutterkonzern Lactalis, der im Dezember seine Beteiligung an Parmalat über die Börse um sechs Prozent auf 95 Prozent aufgestockt und dafür 2,85 Euro je Aktie bezahlt hat, hat den Gesellschafterausschluss (Squeeze-Out) angekündigt.

Lactalis zahlt ebenfalls 2,85 Euro für die restlichen Parmalat-Aktien, danach wird das Papier des Milchkonzerns von der Börse genommen, teilte die italienische Gesellschaft in einer Presseaussendung mit. Mit dem Delisting will Lactalis eine stärkere Flexibilität bei der langfristigen Entwicklungsstrategie des italienischen Unternehmens erlangen, verlautete aus dem französischen Unternehmen laut Medienangaben. Nach sieben Jahren als Parmalat-Eigentümer wolle Lactalis dem Milchkonzern eine neue Organisation verpassen.

Der italienische Milchkonzern wurde 2011 von Lactalis gekauft. Mit dieser Übernahme ist Lactalis zum größten Milchkonzern der Welt aufgerückt, vor dem Schweizer Konkurrenten Nestle und der französischen Danone-Gruppe. In den ersten drei Monaten 2018 meldete Parmalat einen Umsatz von 4,532 Mrd. Euro, was einem Rückgang von 6,3 Prozent gegenüber 2017 entspricht.

Parmalat war im Dezember 2003 unter 14 Mrd. Euro Schulden zusammengebrochen. Ex-Parmalat-Chef Calisto Tanzi, der in Parma in Haft sitzt, hatte mit seinen Mitarbeitern über Jahre Bilanzen gefälscht. Der Fall gilt als einer der größten Betrugsskandale der europäischen Unternehmensgeschichte. Seit 2005 ist Parmalat wieder an der Mailänder Börse notiert.




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