Letztes Update am Fr, 18.01.2019 11:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stefan Löfven: Ruhiger Regierungschef mit Handwerkserfahrung



Stockholm (dpa) - Stefan Löfven ist Sachpolitiker durch und durch. Auf dem politischen Parkett ist der 61-jährige Schwede eher unauffällig. Er gilt als bodenständiger Typ, ein Arbeiter, der sich aufs Handwerk versteht.

Löfven wurde am 21. Juli 1957 in Stockholm geboren, wuchs aber als Pflegekind in einer Arbeiterfamilie in Nordschweden auf. Das Studium der Sozialarbeit in Umea brach er ab, stattdessen arbeitete er als Schweißer beim Rüstungskonzern Hägglund. Gleichzeitig bahnte er sich in der Gewerkschaft der schwedischen Metallarbeiter seinen Weg nach oben. 2006 wurde er Gewerkschaftsvorsitzender.

Ohne vorherige Parteikarriere stieg Löfven durch dieses Amt auch in die Führung der Sozialdemokraten auf, deren Parteimitglied er seit frühen Jahren war. Überraschend wurde er 2012 zum Parteivorsitzenden gewählt. Die Sozialdemokraten steckten damals in der Krise - und konnten einen ruhigen, routinierten Lenker wie den früheren Gewerkschaftsführer Löfven in diesem Moment gut gebrauchen.

Mit einem Fokus auf die Themen Arbeitsplätze und Bildung sicherte er sich 2014 den Wahlsieg gegen den Moderaten Fredrik Reinfeldt. Löfven wurde Ministerpräsident, ohne jemals zuvor ein parlamentarisches Amt ausgeübt zu haben. Seitdem regiert er mit einer Minderheitsregierung. Schweden nahm in der Flüchtlingskrise 2015 unter Löfven gemessen an der Bevölkerungszahl mehr Menschen als jedes andere EU-Land auf.

Privat lebt der Eishockey-Fan Löfven mit Ehefrau Ulla in Stockholm. Sie hat aus einer früheren Ehe zwei Kinder, gemeinsame Kinder haben sie nicht.




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