Letztes Update am Fr, 18.01.2019 11:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handball: Nach WM-Vorrunden-Aus ist für ÖHB vor Heim-EM 2020



Herning (APA) - Nach - oder angesichts des President‘s Cup während - der WM ist für Handball-Österreich auch vor der Heim-EM 2020. Das gemeinsam mit Schweden und Norwegen veranstaltete Turnier soll dem Land wieder einen Schub geben, ähnlich wie 2010, als ein „Riesenstein ins Rollen“ (Sportdirektor Patrick Fölser) kam.

Die Wiener Stadthalle (Vorrunde und Hauptrunde) sowie die Grazer Messehalle (Vorrunde) sind dann Schauplatz, wie zehn Jahre davor erwartet sich der ÖHB einen ordentlichen Ruck. Auf mehr Kinder beim Handball und für alle „ein höheres Ziel vor Augen“ hoffte Generalsekretär Bernd Rabenseifner, dessen Verband nur rund 8.000 aktive Spieler zählt. Von dänischen Verhältnissen (120.000 bei 5,8 Mio. Einwohnern) ist ohnehin keine Rede.

Die große Herausforderung ist, den Riesenstein auch am Rollen zu halten. Zwar hat sich Österreich seit 2010 zum Endrunden-Dauergast gemausert, die heimische Liga wurde aber nicht stärker. Im Gegenteil: Im Ranking des europäischen Verbands ist man auf den 27. Platz zurückgefallen. Hinter Nationen wie Belgien, Israel oder Finnland, deren gesamte Endrundenteilnahmen an zwei Fingern abzuzählen sind. Eine Verbesserung wäre nicht zuletzt wünschenswert, um den Legionären im Team stärkere Spieler aus der Liga an die Seite stellen zu können.

Unmittelbar will der Verband im Unterbau des A-Teams ansetzen. An der Arbeit in den Landes-Ausbildungszentren (LAZ) wird bereits gefeilt, noch in diesem Jahr werden zwei Regionalcoaches für Ost- und West-Österreich installiert, die mit den Trainern der Bundesland-Auswahlen zusammenarbeiten. „Wir müssen mit den Talenten ab 13, 14 Jahren vor allem im athletischen Bereich gut arbeiten. Da sehe ich noch viel Potenzial“, sagte Rabenseifner. Als weiteres Novum stellt man sämtlichen heimischen Jugendcoaches eine Trainings-Videodatenbank zur Verfügung, gefüttert von A-Team-Co-Trainer Erwin Gierlinger.

Personell wird der Verband trotz der anstehenden Direktoriumswahl im April die Euro wohl in seiner derzeitigen Gestalt in Angriff nehmen. „Man wird sich darauf verständigen, dass es zu einer Wiederwahl kommt, um vor der EM die Kontinuität zu wahren“, sagte Rabenseifner. Erst danach werde es in außerordentlichem Rahmen eine neuerliche Wahl geben.




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