Letztes Update am Fr, 18.01.2019 11:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israels Armee zerstörte Wohnung von palästinensischem Attentäter



Jerusalem (APA/dpa/AFP) - Die israelische Armee hat die Wohnung eines mutmaßlichen Attentäters im südlichen Westjordanland zerstört. Der Palästinenser aus Jatta habe im September einen israelischen Siedler mit einem Messer getötet, berichtete die israelische Armee am Freitag. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa wurde die Wohnung mit Sprengsätzen zerstört.

Während des Militäreinsatzes hätten Dutzende Palästinenser Steine auf Soldaten geworfen, berichtete die Armee. Die Soldaten hätten mit Maßnahmen zur Auflösung der Unruhen reagiert. Es gebe keine Berichte über verletzte Soldaten.

Der 40-jährige Israeli Ari Fuld, der auch einen US-Pass besaß, war nach Armeeangaben vor einem Einkaufszentrum in Gush Etzion an einer wichtigen Verkehrskreuzung im besetzten Westjordanland angegriffen worden. Der Mann war bekannt gewesen, weil er in sozialen Medien das Vorgehen der israelischen Armee verteidigte und harte nationalistische Töne anschlug.

Fuld äußerte sich regelmäßig im Fernsehen. Der vierfache Vater lebte in der jüdischen Siedlung Efrat und betrieb eine Seite beim Onlinenetzwerk Facebook mit Namen „Israel Defense Page“ (Israel-Verteidigungsseite). Im Fernsehen vertrat er Hardliner-Positionen. Die Polizei erklärte, es gebe keinen Hinweis darauf, dass Fuld wegen seiner Tätigkeit attackiert worden sei. Dennoch ordnete sie den Vorfall als „terroristischen Anschlag“ ein.

Der Angreifer sei von einem Zivilisten angeschossen und überwältigt worden, teilte die Armee damals mit. Er wurde festgenommen und sitzt seither in Haft. Nach Medienberichten war er damals 16 Jahre alt.

Die Zerstörung der Häuser mutmaßlicher, verurteilter oder auch getöteter Terroristen ist umstritten. Menschenrechtsorganisationen lehnen die Strafmaßnahme als Kriegsverbrechen ab. Israel rechtfertigt sie hingegen als wichtige Abschreckung. In den Häusern leben in der Regel die Familien der Attentäter, die durch die Zerstörung häufig obdachlos werden.




Kommentieren