Letztes Update am Fr, 18.01.2019 12:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Messerangriff auf Ex-Mann 3 - Beratungen der Geschworenen starteten



Korneuburg (APA) - Am Landesgericht Korneuburg haben sich die Geschworenen im Prozess gegen eine 47-Jährige zu den Beratungen zurückgezogen. Die Staatsanwältin verwies in ihrem Schlussvortrag auf das Geständnis, das die Angeklagte bei der polizeilichen Einvernahme abgelegt hatte. Verteidiger Andreas Schweitzer forderte einen Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

Die Vertreterin der Anklagebehörde betonte, dass die Beschuldigte den Entschluss getroffen habe, das Opfer nicht mehr sehen zu wollen und den Mann umbringen zu wollen, als sie das Messer in der Küche in die Handtasche einpackte. „Gott sei Dank“ sei die Konsequenz der Stichbewegung „nur eine leichte Verletzung“ gewesen. Nach der Tat habe die 47-Jährige vor Polizisten „im Grunde ein Geständnis abgelegt“. Die Beschuldigte habe „Wut, Hass und Verzweiflung“ als Motiv vorgegeben.

Verteidiger Schweitzer verwies in seinem Plädoyer im Bezug auf das Geständnis bei der polizeilichen Einvernahme darauf, dass sich die Angeklagte zu diesem Zeitpunkt in einer „extrem belastenden Situation“ befand. „Da ist es wohl legitim, zu sagen, mir ist alles wurscht, ich sage alles.“ Die Stichbewegung sei „mit so einer geringen Intensität“ durchgeführt worden, dass fraglich sei, ob das Messer überhaupt den Brustbereich erreicht hätte. Ein Tötungsvorsatz liege nicht vor.

In einem psychiatrisches Gutachten wurde festgehalten, dass die Angeklagte zum Tatzeitpunkt unter anderem aufgrund massiver Enttäuschung in einem „mittelschwer depressiven Zustand“ war. Eine Beeinträchtigung war gegeben, die Dispositionsfähigkeit aber nicht zur Gänze aufgehoben.

Ein medizinisches Gutachten bescheinigte dem Opfer eine Schnittwunde an der rechten Handfläche sowie eine minimale Schnittwunde an der Beugeseite des rechten Daumens. „Es war also wirklich eine Minimalverletzung“, sagte der Gutachter, diese sei als „Abwehrverletzung zu interpretieren“. Behandelt wurde der 32-Jährige ausschließlich von einem praktischen Arzt.

Die Laienrichter haben über die Hauptfrage nach versuchtem Mord sowie über die beiden Eventualfragen nach versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung zu entscheiden. Die Beratungen starteten gegen 12.00 Uhr. Mit einem Urteil wurde am Nachmittag gerechnet.




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