Letztes Update am Fr, 18.01.2019 12:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski: Schwarz will als Kombi-Halbzeitführender in Abfahrt „drauflegen“



Wengen (APA) - Top-Ten-Plätze liegen für ein österreichisches Trio nach dem Slalom der Alpinen Kombination am Freitag in Wengen im Bereich des Möglichen. In aussichtsreichster Position liegt mit Halbzeitführung vor der Abfahrt (14.00 Uhr/live ORF eins) freilich Marco Schwarz, der 0,20 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Alexis Pinturault und 0,87 auf dessen Landsmann und Top-Favorit Victor Muffat-Jeandet hat.

Dahinter folgen die US-Amerikaner Ted Ligety (1,20) und der Vorjahreszweite Pawel Trichischew aus Russland (1,51). Der Tiroler Romed Baumann hat als 14. einen Rückstand von 2,72 Sek., der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr als 25. bereits 4,13. Matthias Mayer schied mit Einfädler und Sturz aus und erlebte ein Deja-vu von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

Slalom-Ass Schwarz holte sich Selbstvertrauen für den Spezialslalom am Sonntag, war er doch zuletzt in Zagreb und Adelboden jeweils nach Halbzeitführung ausgeschieden. „Am Limit war es nicht, es sind sicher noch Reserven da. Aber ich führe, das passt gut. Das Skifahren hat gepasst, es war aber nicht ganz einfach, weil es relativ knollig war“, erzählte der Kärntner. Für die Abfahrt bekommt er von Travis Ganong einen „Leih-Ski“ mit dünnerer Kante. „Ich kann noch was drauflegen, ich habe noch einmal ordentlich Video geschaut“, meinte der Olympiavierte.

Baumann braucht dingend ein Erfolgserlebnis, will er noch eine Chance auf einen Startplatz bei den Weltmeisterschaften im Februar in Aare haben. „Ich wäre schon gern einen noch besseren Slalom gefahren. Ich bin nicht in den Rhythmus reingekommen, es gab auch schon einige Spuren“, sagte der Tiroler. „In der Abfahrt habe ich noch Reserven. Ich bin gespannt. Ich traue mich keine Prognose abgeben, ich hoffe, dass ich unter die Zehn reinfahren kann. Das wäre nach der bisherigen Saison das Ziel. Einfach mal die Bestätigung, dass es im Rennen funktioniert.“

Groß war bereits der Rückstand von Kriechmayr. „Vielleicht wäre ich fünf Zehntel schneller gewesen, wenn ich voll am Anschlag gefahren wäre. Aber dann wäre das Risiko viel zu hoch gewesen, dass ich ausfalle, die Piste war nicht mehr gut beinander und schon gebrochen“, sagte der Speed-Spezialist, der mit Startnummer 31 fuhr. „Aber ich bin selbst schuld. Ich hätte letztes Jahr oft genug die Möglichkeit gehabt, eine vordere Nummer zu haben, das ist mir nicht gelungen. So bin ich halt hintennach gefahren. Ein Top Ten ist auf jeden Fall noch möglich.“

Kurz war indes der Arbeitstag von Mayer, der wie in seiner zuvor letzten Kombination bei den Winterspielen im Slalom mit einer böse aussehenden „Brezn“ ausfiel. „Ich hatte ein gutes Gefühl. Ich dachte das bringe ich schön ins Ziel und wollte zum Schluss noch attackieren. Bei der Vertikale rein sind mir zu viele Tore da gestanden, da habe ich mich nicht mehr wirklich ausgekannt“, musste er zugeben.

„Als ich da gelegen bin, habe ich mich brutal geärgert. Ich bin oberhalb des Hüftknochens gelandet, ein bisserl eine Prellung wird es wohl wieder sein, leider. Muss ich ein bisserl therapieren.“ Für die Spezialabfahrt am Samstag wird er aber bereit sein. Ebenso wie beispielsweise Aleksander Aamodt Kilde (NOR) und Dominik Paris (ITA), die auch das Slalomziel nicht sahen.




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