Letztes Update am Fr, 18.01.2019 12:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aufsehen in Montenegro wegen Video zu Finanzierungsaffäre „Umschlag“



Podgorica (APA) - Ein dieser Tage veröffentlichtes Video sorgt für Aufsehen in Montenegro. Die von Dusko Knezevic, einem über viele Jahre führenden Geschäftsmann des Adria-Staates, publik gemachte Videoaufnahme soll die geheime Finanzierung der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) zutage bringen.

Die EU-Kommission forderte unterdessen Podgorica zu raschen Ermittlungen der bereits als „Umschlag“ bekannten Finanzaffäre auf. Konkret ist in dem Video zu sehen, wie Knezevic dem DPS-Spitzenfunktionär Slavoljub Stijepovic im Jahr 2016 einen Umschlag überreichte, in dem sich angeblich 100.000 Euro befanden. Das Geld war laut Knezevic für die Finanzierung der DPS-Kampagne vor den im damaligen Oktober bevorstehenden Parlamentswahlen bestimmt.

Knezevic, der sich unterdessen in London aufhält, behauptet, vor den Parlamentswahlen der Partei von Präsident Milo Djukanovic insgesamt 200.000 Euro gespendet zu haben. Im DPS-Finanzbericht kamen die Spenden allerdings nicht vor.

Die „Umschlag“-Affäre wurde publik, nachdem die montenegrinischen Justizbehörden Knezevic und weitere vier seiner Mitarbeiter zuvor der Geldwäsche im Millionenwert beschuldigt hatten. Laut früheren Medienberichten soll es dabei um 17 Millionen Euro gehen.

Während der staatliche TV Sender RTCG am Freitag berichtete, dass die montenegrinischen Behörden demnächst einen internationalen Haftbefehl für Knezevic, den Besitzer der Atlas-Gruppe, ausstellen dürften, sieht der Geschäftsmann den Grund für seine Probleme mit der montenegrinischen Justiz in seinem Streit mit dem montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic.

Wie er am Freitag gegenüber der Tageszeitung „Vijesti“ erläuterte, sei dieser um eine Luxusvilla ausgebrochen, die derzeit in Podgorica für Djukanovic gebaut würde. Knezevic hatte es nach eigenen Worten abgelehnt, als Strohmann aufzutreten und die Villa auf seinen Namen bauen zu lassen.




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