Letztes Update am Fr, 18.01.2019 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


General erneut zum Chef der Indigenenbehörde Brasiliens ernannt



Rio de Janeiro (APA) - Brasiliens neue Regierung hat den General Franklimberg Ribeiro de Freitas laut Medienberichten (Donnerstag) zum Chef der Indigenenbehörde Funai ernannt. Er hatte die Behörde bereits zwischen Mai 2017 und April 2018 geleitet. Damals war Freitas vom katholischen Indio-Missionsrat Cimi für seine Amtsführung kritisiert worden.

Freitas hatte sich für eine Änderung des brasilianischen Indigenen-Statuts eingesetzt, die nach Auffassung etlicher Ureinwohner ihr Recht auf Landzuteilungen schwächte. Kritik an seiner Amtsführung kam auch von der Agrarfraktion im Kongress, die ihm vorwarf, nicht genug für die Landwirtschaft getan zu haben. Deshalb trat Freitas im April 2018 zurück.

Der General hatte vor seiner Berufung zur Funai von 2010 bis 2012 Aktionen des Militärs im Amazonasgebiet geleitet. Darunter auch Einsätze, die illegale Goldschürfer im Schutzgebiet der Yanomami-Indios zum Ziel hatten. In den Jahren 2012 und 2013 leitete er das Einsatzzentrum der Armee für das Amazonasgebiet.

Die am 1. Jänner angetretene neue Regierung von Präsident Jair Messias Bolsonaro entzog der Funai die Zuständigkeit für die Ausschreibung neuer Indigenengebiete. Nun obliegt dies dem Landwirtschaftsministerium. Bolsonaro ist für die wirtschaftliche Öffnung der bestehenden Reservate und gegen neue Landzuteilungen an Brasiliens Ureinwohner.




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