Letztes Update am Fr, 18.01.2019 13:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Überkapazitäten am Flughimmel in Europa verdüstern Ryanair-Zahlen



London/Dublin (APA/AFP) - Der irische Laudamotion-Mutterkonzern Ryanair hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bereits zum zweiten Mal abgesenkt. Als Grund gab die irische Billigfluggesellschaft am Freitag gesunkene Ticketpreise in diesem Winter an. Diese wiederum seien den „Überkapazitäten“ am europäischen Himmel geschuldet.

„Es gibt bei Kurzstreckenflügen eine Überkapazität in Europa in diesem Winter“, erklärte Airline-Chef Michael O‘Leary. Die niedrigere Gewinnprognose sei eine „direkte“ Folge der niedrigeren Flugpreise auf dem umkämpften Billigflugmarkt.

Ryanair zufolge sanken die Ticketpreise voraussichtlich um 7 Prozent, zuvor war ein Rückgang um 2 Prozent erwartet worden.

Ausgeglichen werde diese Entwicklung allerdings durch einen Zuwachs beim Verkehrsaufkommen, das stärker als erwartet ausfällt: Ryanair geht von 142 Millionen verkauften Tickets für das im März endende Geschäftsjahr aus - das ist eine Million mehr als zuletzt erwartet und im Vergleich zu den zwölf Monaten zuvor ein Anstieg um neun Prozent.

Beim Gewinn nach Steuern erwartet die Fluggesellschaft nun 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro. Ryanair hatte den Ausblick bereits im Oktober auf 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro abgesenkt, vor allem aufgrund der Streiks von Piloten und Kabinenpersonal in mehreren europäischen Ländern.

O‘Leary erklärte, dass die Prognose womöglich noch weiter abgesenkt werden könne. Ein weiterer Preisverfall bei den Tickets sei nicht ausgeschlossen, zudem könne es „unerwartete“ Brexit-Entwicklungen geben. Ein möglicher ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union schürt in der Wirtschaft große Sorge vor den ungewissen Folgen. Mit seinem Großbritannien-Geschäft erzielt der irische Billigflieger rund ein Viertel seines Umsatzes.

Die Aktien von Ryanair fielen zeitweise um 5,2 Prozent auf 9,55 Euro, den tiefsten Stand seit knapp vier Jahren. In der Folge gaben die Papiere des Rivalen Easyjet mehr als 2 Prozent nach. Lufthansa-Aktien notierten kaum verändert bei 20,59 Euro.

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