Letztes Update am Fr, 18.01.2019 13:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dodik bekundete Putin gegenüber Interesse an Turkish Stream



Belgrad/Sarajevo/Banja Luka (APA) - Den Aufenthalt des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Belgrad hat am Donnerstag auch Milorad Dodik, Vertreter der Serben im Staatspräsidium Bosnien-Herzegowinas, für ein Treffen mit dem Kremlchef genutzt. Dem bosnisch-serbischen TV-Sender RTRS berichtete Dodik danach, das Interesse der bosnischen Republika Srpska, mit russischer Hilfe ihre Energiestabilität zu sichern, bekundet zu haben.

Konkret soll es um einen Anschluss an einen Zweig der Gaspipeline Turkish Stream gegangen sein, der durch Serbien gebaut werden soll. Eine Abzweigung, die in die Republika Srpska führe, würde mehr als 400 Mio. Euro kosten, erläuterte Dodik. Zur Sprache sei auch die Modernisierung von zwei Wärmekraftwerken in der Republika Srpska - Ugljevik und Gacko - gekommen.

Nach einem Treffen mit Serbiens Präsident Aleksandar Vucic bekräftigte Putin die Bereitschaft seines Landes, den Bau des 403 Kilometer langen Turkish-Stream-Zweiges durch Serbien mit 1,4 Mrd. Dollar (1,23 Mrd. Euro) zu finanzieren.

Wie die Belgrader Presseagentur Tanjug berichtete, habe sich Dodik bei Putin auch wegen der langsamen Bildung von gesamtstaatlichen Institutionen nach den bosnischen allgemeinen Wahlen im Oktober 2018 beschwert. Die Bosniaken (Muslime) würden die Bildung der gesamtstaatlichen Institutionen an NATO-Annäherung des Landes binden, was von der Republika Srpska abgelehnt werde, wird Dodik zitiert.

Die Umsetzung der Wahlresultate werde daher dauern, glaubt Dodik. Der für seinen Separatismus bekannte Politiker, der auch die serbische Staatsbürgerschaft besitzt, versäumt keine Gelegenheit, sich bei offiziellen Angelegenheiten in Belgrad blicken zu lassen.




Kommentieren