Letztes Update am Fr, 18.01.2019 14:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


13-köpfige Bettlerbande soll in Salzburg 32 Diebstähle verübt haben



Salzburg/Bukarest (APA) - Die Polizei hat 13 Personen im Alter von 14 bis 45 Jahren ausgeforscht, die vorwiegend in der Stadt Salzburg 32 Diebstähle, zwei Handtaschenraube und weitere Straftaten seit Juli 2018 begangen haben sollen. Laut Landespolizeidirektion Salzburg handelt es sich um eine Bettlerbande aus Rumänien. Der Schaden betrage mehr als 10.000 Euro, 44 Opfer seien zu verzeichnen.

Die Männer und Frauen hätten es vor allem auf Bargeld, Schmuck und Handys abgesehen. Zwei Hauptbeschuldigte im Alter von 16 und 18 Jahren sitzen bereits in Untersuchungshaft. Sie sollen die Taten zum Großteil gestanden haben. Ein 14-jähriger Hauptverdächtiger ist noch flüchtig. Das Trio war den Vorwürfen zufolge zumeist mit einem Vierten auf Diebestour im Bereich des Salzburger Hauptbahnhofes unterwegs. Den vierten Part übernahm abwechselnd eine Person aus dem Kreis der übrigen Beschuldigten.

Die Bande soll bei den Diebstählen immer nach der gleichen Masche vorgegangen sein. Während ein Jugendlicher das Opfer, das bei einem Automaten eine Fahrkarte kaufte, in ein Gespräch verwickelte, drückte der zweite Täter während des unmittelbaren Kaufvorgangs auf den Button „Abbrechen“ und steckte - vom Käufer unbemerkt - das Geld ein, das der Automat wegen des Abbruchs wieder ausgefolgt hatte. „Dann tauchten die beiden unter und übergaben die Beute an ihre wartenden Verwandten und machten sich auf die Suche nach weiteren Opfern“, hieß es im Polizeibericht.

Das Diebesgut sollen die Verdächtigen mit dem Zug nach Rumänien geschleust haben. Auf Online-Plattformen sind laut Polizei Fotos zu sehen, auf denen Jugendliche mit erbeuteten Geldscheinen in einem Zugabteil abgebildet sind.

Im Laufe der Zeit seien die Beschuldigten immer aggressiver geworden. So habe ein 18-Jähriger Ende September einem 78-jährigen Mann in die Hand gebissen, als sich dieser gegen den Raub seiner Geldbörse gewehrt habe. Die DNA-Spur des Täters wurde sichergestellt. Die jüngste Beteiligte an den Straftaten war erst neun Jahre alt, das Mädchen wird aber als Opfer des Deliktes „Quälens oder Vernachlässigens Unmündiger oder jüngerer Personen“ geführt.

Der noch flüchtige 14-Jährige soll einem 67-jährigen Salzburger eine 16-jährige Rumänin für Sexdienste gegen Bezahlung angeboten haben, er wird deshalb wegen „Förderung der Prostitution“ angezeigt. Der Bande wird auch schwerer gewerbsmäßiger Diebstahl, Raub, Urkundenunterdrückung, Hehlerei und Betrug vorgeworfen. Jene Beschuldigten, die nicht in Haft oder flüchtig sind, wurden laut Polizei bereits außer Landes gebracht. Über diese Personen sei ein Einreiseverbot verhängt worden.




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