Letztes Update am Fr, 18.01.2019 15:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Viele Grippekranke in Südosteuropa und Dutzende Tote



Athen/Europa-weit/Wien (APA/dpa) - Mehrere Länder Südosteuropas haben massiv mit Grippe-Erkrankungen zu kämpfen. In Griechenland stehen Kliniken in der Kritik, weil sie mangels Personals nicht alle Betroffenen aufnehmen können. Die meisten Opfer verzeichnet bisher Kroatien.

Kroatien: Es handelt sich um die schlimmste Grippe-Epidemie seit Jahren, wie kroatische Medien am Freitag berichteten. Bisher sind demnach 15 Menschen gestorben. In Zagreb kämpfen laut Staatssender TV HRT 17 Menschen an Beatmungsmaschinen um ihr Leben. Offiziell wurden bisher mehr als 5000 Grippefälle registriert.

Griechenland: Laut Tageszeitung „Kathimerini“ wurden innerhalb einer Woche vier Todesfälle verzeichnet, 35 Patienten befinden sich auf Intensivstationen. Die Grippe teste die Abwehrkräfte des Gesundheitssystems, schreibt die Zeitung: Freie Betten auf den Intensivstationen seien Mangelware, bis zu 50 Menschen stünden auf Wartelisten. Grund für die Situation sei der Personalmangel in den notorisch unterfinanzierten Krankenhäuser des Landes.

Serbien, Mazedonien und Slowenien: In Serbien sind bisher zwei Patienten an Grippe gestorben, berichtete der Staatssender TV RTS unter Bezug auf das Nationale Gesundheitsinstitut Batut. Es handle sich vornehmlich um ältere oder chronisch kranke Menschen. In Mazedonien stieg die Zahl der Grippefälle bis Sonntag innerhalb einer Woche um 43 Prozent. In Slowenien haben laut Nachrichtenagentur STA viele Kliniken Besuchszeiten limitiert, um das Infektionsrisiko zu senken.

Rumänien und Bulgarien: Seit Beginn der Grippe-Saison Anfang Oktober verzeichnet Rumänien nach Angaben des Instituts für öffentliche Gesundheit 14 Grippe-Tote. Die meisten litten demnach neben dem Grippe-Infekt schon zuvor unter Krankheiten oder es handelte sich um ältere Menschen. Vergangene Woche lag die Zahl der registrierten Influenza-Patienten bei 1155 und damit erheblich höher als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Sofia meldet bisher noch keine Grippetoten, ergreift aber bereits Vorsichtsmaßnahmen für Bulgarien.

Ungarn: Budapest verzeichnet bisher offiziell keine Todesopfer, aber das Gesundheitsamt hat eine Influenza-Epidemie deklariert. Zwischen dem 7. und 13. Jänner wurden demnach insgesamt 19.300 Grippefälle registriert - und damit um 75 Prozent mehr als in der Woche davor.

Die Influenza ist auch in Österreich langsam im Anlaufen: Im ganzen Land sei eine Zunahme der Aktivität von Erregern der „echten Grippe“ festzustellen, teilte das Zentrum für Virologie der MedUni Wien mit vergangenen Dienstag mit. Um eine Epidemie handle es sich noch nicht. Hauptsächlich wurden bisher Influenza A(H1N1)pdm09-Viren nachgewiesen. Auch Schweden, Norwegen, Estland, Dänemark, Portugal, Frankreich und Italien meldeten bereits ein weitverbreitetes Auftreten von Influenza-Erregern.




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