Letztes Update am Fr, 18.01.2019 15:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schutz rund um die Uhr für zwei Tempel-Frauen in Indien



Neu-Delhi (APA/dpa) - Zwei indische Frauen, die entgegen einer langen Tradition die hinduistische Wallfahrtsstätte Sabarimala betreten und damit heftige Proteste ausgelöst hatten, sollen künftig rund um die Uhr bewacht werden. Das Oberste Gericht des Landes wies den Bundesstaat Kerala am Freitag an, die beiden Frauen zu schützen, wie deren Anwältin mitteilte. Die Frauen waren zuvor wiederholt bedroht worden.

Anfang Jänner hatten die beiden Frauen in Begleitung von Polizisten den Sabarimala-Tempel besucht. Daraufhin war es im gesamten Staat zu Zusammenstößen mit konservativen Hindus gekommen. Die Wallfahrtsstätte zieht jedes Jahr Millionen Pilger an.

Vorausgegangen war ein Urteil des Obersten Gerichtshofes im September 2018. Damit wurde ein jahrhundertealtes Verbot gekippt, wonach Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter die Pilgerstätte nicht betreten durften. Als Grund wurde angeführt, die Anwesenheit von Frauen gefährde das Zölibat der Tempelgottheit Ayappa. Seit der Aufhebung des Verbots kam es immer wieder zu Protesten.

Der Anwalt des Bundesstaates sagte laut dem Sender NDTV, Personenschutz für die beiden Frauen werde schon gestellt. Zudem hätten seit Aufhebung des Besuchsverbots im September bereits mehr als 50 Frauen den Tempel ohne Zwischenfälle betreten.




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