Letztes Update am Fr, 18.01.2019 17:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO kritisiert staatliche Gewalt in Simbabwe



Harare (APA/AFP) - Das UN-Menschenrechtskommissariat hat die Regierung in Simbabwe aufgefordert, die gewaltsame Unterdrückung von Regierungsgegnern zu beenden. Sprecherin Ravina Shamdasani bezeichnete Berichte über die „übermäßige Anwendung von Gewalt, einschließlich scharfer Munition“ durch die Sicherheitskräfte am Freitag als beunruhigend.

Die Regierung in Harare müsse Wege finden, um mit der Bevölkerung deren „legitime Forderungen“ zu erörtern, sagte Shamdasani. Sie verwies auf amtliche Zahlen, wonach in Simbabwe mehr als 600 Menschen festgenommen wurden. Darunter seien führende Oppositionspolitiker und Menschenrechtsaktivisten. Polizisten und Soldaten würden Berichten zufolge willkürlich Menschen aus ihren Häusern holen. Besorgnis erregend sei auch, dass Internetverbindungen in den vergangenen Tagen „erheblich gestört“ gewesen seien.

Die Gewerkschaften in Simbabwe hatten aus Protest gegen eine drastische Erhöhung der Treibstoffpreise Anfang der Woche zu landesweiten Streiks aufgerufen. Sicherheitskräfte erschossen dabei laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mindestens fünf Menschen. Zuvor hätten Demonstranten eine Polizeiwache angezündet, Straßen blockiert und Geschäfte in den Städten Harare, Kadoma und Bulawayo geplündert.

Die simbabwische Ärztevereinigung für Menschenrechte (ZADHR) erklärte, sie habe 68 Opfer mit schweren Schussverletzungen behandelt. Sie kritisierte die „unverhältnismäßige Antwort“ des Staatsapparats auf die Proteste.

Simbabwes größter Provider Econet teilte am Freitag mit, die Internetverbindungen seien auf Anordnung der Regierung „vollständig abgeschaltet“ worden. Econet-Anwälte würden dagegen vorgehen. Einstweilen entschuldige sich das Unternehmen bei seinen Kunden für alle ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten.




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