Letztes Update am Di, 22.01.2019 01:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rivalisierende Milizen in Tripolis vereinbaren Waffenruhe



Tripolis (APA/AFP) - Verfeindete libysche Milizen haben nach tagelangen Gefechten nahe der Hauptstadt Tripolis am Montag eine Waffenruhe vereinbart. Die Vereinbarung sieht vor, dass beide Gruppen die Kampfhandlungen einstellen und sich in ihre jeweiligen Städte zurückziehen. Zudem wurde ein Gefangenenaustausch und die Übergabe von getöteten Kämpfern vereinbart.

Bei den Kämpfen zwischen der Tripolis Protection Force und der Siebten Brigade aus der Stadt Tarhuna südlich der Hauptstadt waren seit Mittwoch nach Angaben des libyschen Gesundheitsministeriums mindestens 16 Menschen getötet und 65 weitere verletzt worden.

Der Leiter der UNO-Mission in Libyen (UNSMIL), Ghassan Salame, rief die Konfliktparteien auf, sich an die Vereinbarung zu halten. Bereits im September hatten sich die rivalisierenden Milizen nach Gefechten in und rund um Tripolis mit mindestens 117 Toten und hunderten weiteren Verletzten auf eine Waffenruhe geeinigt.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht Chaos in Libyen. Die international anerkannte Regierung ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Ihre Autorität wird von einer Gegenregierung infrage gestellt, die im Osten des Landes herrscht. Rivalisierende Milizen, Stämme und Jihadisten kämpfen um Kontrolle von Gebieten und den großen Ölvorkommen.




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