Letztes Update am Do, 07.02.2019 10:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bernhard Auinger: Mozartstadt 2.0 mit SPÖ-Vize



Salzburg (APA) - Es ist sicher alles andere als einfach, die Nachfolge eines etablierten Politikers anzutreten. Noch dazu, wenn er wie Salzburgs Ex-Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) die Kommunalpolitik dermaßen bestimmt und auch über die Landesgrenze hinaus eine politische Größe erreicht hat. Der neue SP-Frontmann Bernhard Auinger ist 2017 im ersten Anlauf gescheitert, im März will er nun Bürgermeister werden.

Seit Schadens Anklage wegen Untreue im Zusammenhang mit einem Nebenaspekt des Salzburger Finanzskandals führt der frühere Betriebsrat der Porsche Holding Dauerwahlkampf. Und das sind inzwischen zwei Jahre. Im APA-Gespräch räumte der 44-Jährige auch ein, dass dies natürlich an die Substanz gehe, möglich sei es aber einerseits mit eiserner Selbstdisziplin und zum anderen viel Ausdauersport.

Im Dezember 2017 haben ihm nach Schadens Rücktritt bei der Bürgermeister-Stichwahl knapp 300 Stimmen auf ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner gefehlt, Auinger selbst begründete das mit seiner damals noch geringen Bekanntheit. Und dieses Manko wollte er mit intensiver Werbung, vor allem auf sozialen Medien, wettmachen. Der Plan war ja eigentlich eine geordnete Übergabe des Bürgermeisteramtes an ihn gewesen, doch dann kamen Schadens Verfahren und der Rücktritt dazwischen.

Mit Bernhard Auinger hat in der Stadt Salzburg ein Mensch das politische Parkett betreten, der ganz offensichtlich eine Kommunalpolitik 2.0 in der Mozartstadt eingeläutet hat: Jahrzehntelang hatte dasselbe winzige Grüppchen die Marschroute im Rathaus vorgegeben. Ideologisch nicht verbohrt, aber doch gefestigt geht er mit etwa 30 Jahren Erfahrung aus Privatwirtschaft und Sozialpartnerschaft doch an viele Themen auch anders heran, als ein Großteil der in Gewerkschaft oder AK aufgepäppelten „Apparatschiks“ seiner Partei. Und so will er heute auch bei den in der Stadt seit Jahrzehnten größten Problemen Wohnen und Verkehr von vornherein einmal alle Denkverbote ausschließen und auch vormals „rote Linien“ wie City-Maut oder wirklich einschneidende Beschränkungen des Autoverkehrs zumindest einmal diskutieren.

Mit dem Wechsel in die Berufspolitik hat der 44-Jährige hoch gepokert, denn in seinem Unternehmen hat er kein Rückkehrrecht mehr. Sollte er also die sich selbst gelegte Latte - das Erreichen der Stichwahl zum Bürgermeister - nicht überspringen, stünde er vorerst einmal ohne Job da.

Der SPÖ-Bürgermeisterkandidat ist waschechter Salzburger - nicht unbedingt selbstverständlich - und wuchs als jüngstes von vier Kindern in einer klassischen Arbeiterfamilie in einem Haus im Süden der Stadt auf, wo er auch heute mit seiner Frau, den beiden Töchtern und den Eltern wieder wohnt. Beide Eltern waren berufstätig, damit es den Kindern an nichts fehlt. So konnte Bernhard auch in seiner Jugend schon den Reitsport als Turnierreiter ausüben.

Bernhard Auinger wurde am 4. März 1974 geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er bei Porsche eine Lehre zum Maschinen- und Werkzeugbauer und war danach als Programmierer und Systemadministrator tätig. In die Politik kam Auinger über die Gewerkschaft. Während der Lehre wurde er Vorsitzender des Jugendvertrauensrates. Seit 2005 gehört er dem Gemeinderat an. 2013 wurde er SPÖ-Klubobmann und im März 2017 zum Bürgermeisterkandidaten gewählt - da lag die Untreue-Anklage gegen Schaden im Zusammenhang mit dem Finanzskandal bereits auf dem Tisch.

(S E R V I C E: Die APA hat am 30. Jänner 2019 ein Interview und aktuelle Bilder mit bzw. von Bernhard Auinger im AOM veröffentlicht)

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA113 2019-02-07/10:15




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