Letztes Update am Do, 07.02.2019 10:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grammy-Gala mit neuen Regeln - Rapper Kendrick Lamar ist Favorit



Los Angeles (APA/dpa) - Nach Kritik über zu viele weiße und männliche Grammy-Gewinner wollen die Veranstalter beim wichtigsten Musikpreis der USA künftig mit neuen Regeln arbeiten. Bei der Verleihung am Sonntag (10.2.) in Los Angeles treten in den vier wichtigsten Kategorien nicht mehr fünf, sondern acht Künstler gegeneinander an.

Das Ziel: mehr weibliche Preisträger und mehr Trophäen für Afroamerikaner und Musiker etwa lateinamerikanischer und asiatischer Abstammung. Verliehen werden die Preise in 84 Kategorien.

Die besten Gewinnchancen hat dieses Jahr der kalifornische Rapper Kendrick Lamar mit acht Nominierungen, darunter für das beste Album („Black Panther: The Album“) sowie die beste Aufnahme und den besten Song des Jahres (jeweils „All The Stars“). Gleich dahinter folgt Rapper Drake mit sieben Nominierungen. Unter anderem haben auch Lady Gaga, H.E.R. und Childish Gambino gute Gewinnchancen. Sängerin Alicia Keys wird als Gastgeberin durch den Abend führen.

Der erhoffte stärkere Fokus auf Hip-Hop blieb vergangenes Jahr aus, als der achtfach nominierte Rapper Jay-Z leer ausging und Funk-Sänger Bruno Mars sechs Trophäen abräumte. Rapper und R&B-Sänger werden bei den Grammys zwar häufig nominiert, oft unterliegen sie dann aber in den wichtigsten Kategorien.

Trotz der Kritik an den Preisen sind diese in einer musikalischen Karriere ein wichtiger Meilenstein. Die Auszeichnung steht für Erfolg im Mainstream und Bestätigung der künstlerischen Leistungen durch die Musikindustrie. Viele Künstler wurden schon oft nominiert, etwa Björk (15), SZA (9), Cardi B (7), J. Cole (7) und Ariana Grande (6), gewannen dann aber nicht und könnten am Sonntag erstmals eine Trophäe mit nach Hause nehmen.

Österreichische Künstler finden sich traditionell als Nominierte in den Klassik-Kategorien: Dirigent Manfred Honeck, gebürtiger Vorarlberger, ist ein weiteres Mal mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra für eine Einspielung in der Sparte Beste Orchesterperformance nominiert - diesmal für Beethovens „Eroica“ und Strauss‘ „Hornkonzert Nr. 1“. Bass Günther Groissböck kann sich wiederum als Teil des „Rosenkavalier“-Ensembles an der New Yorker Met Hoffnungen auf einen Preis für die Beste Operneinspielung machen.




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