Letztes Update am Do, 07.02.2019 10:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovo - Berater Haradinajs wird der Kriegsverbrechen verdächtigt



Prishtina (Pristina) (APA) - Die kosovarische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen hat am Mittwoch einen kürzlich bestellten Berater des Ministerpräsidenten Ramush Haradinaj einvernommen. Sylejman Selimi sei als Verdächtigter vorgeladen worden, bestätigte sein Anwalt Gregor Guy-Smith für das Internetportal „Balkan Insight“.

Der Anwalt konnte allerdings nicht sagen, welche konkrete Verbrechen Selimi angelastet werden.

Während des Kosovo-Krieges (1998-99) gehörte Selimi zu der sogenannten Drenica-Gruppe der Befreiungsarmee UCK. Nach dem Krieg war er zuerst Befehlshaber des Kosovo-Schutzkorps und danach bis 2011 der Sicherheitskräfte. Anschließend war er Botschafter des Kosovo in Tirana. Wegen einer Kriegsverbrecheranklage in Prishtina musste er den Posten in Tirana allerdings aufgeben. Die Anklage bezog sich auf die Geschehnisse in dem Gefangenenlager der UCK in Likoc (serbisch Likovac). Im Mai 2017 wurde Selimi zu gut fünf Jahren Haft verurteilt. Er wurde am 25. Jänner dieses Jahres aber vorzeitig auf freien Fuß gesetzt und sogleich zum Berater Haradinajs, ebenfalls eines einstigen UCK-Angehörigen, bestellt.

Das Kosovo-Sondergericht für Kriegsverbrechen mit Sitz in Den Haag (KSC-SPO) wurde 2015 eingerichtet, um mutmaßliche Verbrechen der UCK während und nach dem bewaffneten Aufstand gegen Serbien strafrechtlich zu verfolgen. Bisher wurde noch keine Anklage erhoben. Seit dem Jahresbeginn wurden bereits mehrere einstige UCK-Angehörige einvernommen.




Kommentieren