Letztes Update am Do, 07.02.2019 12:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indische Bischöfe verschärfen Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch



Neu-Delhi (APA) - Die Bischöfe im indischen Unionsstaat Kerala unternehmen weitere Schritte im Kampf gegen Missbrauch durch Kleriker: Neue Leitlinien für das Verhalten von Priestern und Kirchenpersonal sollen die Politik der Nulltoleranz bei sexuellem Missbrauch bekräftigen, wie „Vatican News“ laut Kathpress am Mittwoch berichtete.

Die Richtlinien wurden demnach an Priester, Kirchen, Bildungs- und religiöse Einrichtungen, sowie an Pflegeheime in dem gesamten indischen Unionsstaat versendet. In Kerala leben prozentual gesehen die meisten Christen Indiens.

Die Verhaltensvorgaben des Rates der Katholischen Bischöfe von Kerala (KBC) stehen auch in Zusammenhang mit dem Fall des zurückgetretenen Bischofs von Jalandhar (in Punjab), Franco Mulakkal. Gegen ihn laufen in Kerala Untersuchungen wegen des Vorwurfs, die ehemalige Superiorin der Kongregation der Missionare Jesu vergewaltigt zu haben.

Zu den Richtlinien gehört u.a. die Anweisung, Fälle sexueller Belästigung an die zuständigen Behörden zu melden, die Zusammenarbeit bei Ermittlungen und die Vermeidung unangemessener körperlicher Kontakte zu Minderjährigen. In Bezug auf Kinder heißt es in einem der Punkte des Dokuments ausdrücklich: „Sexuelle Ausbeutung und Missbrauch von Kindern und gefährdeten Erwachsenen sind ernste Verbrechen und schwere Sünden“.

Erstmals sehen die Leitlinien die Laisierung von Priestern oder Klerikern vor, die sich sexueller Nötigung schuldig gemacht haben. Die Bischöfe fordern, dass jeder Vorfall den Zivilbehörden gemeldet wird. Sie empfehlen auch, „Nachtfahrten mit Kindern“ zu vermeiden und keine Fotos zu machen, wenn diese sich umziehen.




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