Letztes Update am Do, 07.02.2019 16:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oö. Klavierlehrer vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen



Wels (APA) - Ein Klavierlehrer ist am Donnerstag im Landesgericht Wels im Zweifel vom Vorwurf freigesprochen worden, eine mittlerweile 16-jährige Schülerin jahrelang vergewaltigt zu haben. Es sei immer Aussage gegen Aussage gestanden, für eine Verurteilung habe es einfach nicht gereicht, so sinngemäß die Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, damit ist der Spruch nicht rechtskräftig.

Die Anklage warf dem 52-Jährigen vor, er habe die Musikschülerin in Gmunden und Wels 2012 mehrfach begrapscht und von 2013 bis 2016 regelmäßig vergewaltigt. Dabei soll er das Mädchen mit der Drohung, er werde sonst dessen Familie etwas antun, gefügig gemacht haben, so die Staatsanwältin zu Prozessbeginn im Juli des Vorjahres. Das Opfer habe eine schwere posttraumatische Belastungsstörung davongetragen. Laut dem Privatbeteiligten-Vertreter leide die heute 16-Jährige nach wie vor massiv unter den Übergriffen. „Ihr Leben ist zerstört“, sagte er.

Der Prozess, der fast zur Gänze unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, nahm fünf Verhandlungstage in Anspruch. 30 Zeugen wurden gehört, auch das Opfer sagte mehrfach aus. Zudem wurden drei Sachverständige befasst. Dennoch stand wohl immer Aussage gegen Aussage. Der Angeklagte, der laut Gericht eine einschlägige Eintragung um Strafregister aufweise, leugnete die Vorwürfe. Zudem habe es keine DNA-Spuren gegeben, erklärte die Richterin in der Urteilsbegründung. Sie deutete an, dass es wohl „Grenzverletzungen“ gegeben habe. Für eine strafrechtliche Verurteilung brauche es aber Beweise. Jemandem zu glauben alleine reiche nicht. Insgesamt gebe es in dem Prozess „nur Verlierer“, so die Vorsitzende des Schöffensenats.




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