Letztes Update am Do, 07.02.2019 18:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anti-IS-Koalition: IS-“Kalifat“ auf unter ein Prozent geschrumpft



Beirut (APA/AFP) - Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert nach Angaben der internationalen Anti-IS-Koalition nicht einmal mehr ein Hundertstel ihres früheren Herrschaftsgebietes. Von den großen Gebieten ihres „Kalifats“ in Syrien und Irak halte die IS-Miliz inzwischen „weniger als ein Prozent“, erklärte Generalmajor Christopher Ghika, Vize-Kommandant des US-geführten Militärbündnisses, am Donnerstag.

Die Koalition und verbündete kurdische Truppen hätten „etwa 99,5 Prozent“ des vom IS kontrollierten Territoriums erobert.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch die Erwartung geäußert, dass der IS in den kommenden Tagen vollständig vertrieben werde. „Irgendwann nächste Woche“ werde voraussichtlich offiziell verkündet, „dass wir 100 Prozent des Kalifats haben werden“, sagte Trump.

Das „Kalifat“ hatte der IS 2014 ausgerufen. Zu Höchstzeiten umfasste es ein Gebiet, das in etwa der Größe Großbritanniens entsprach. Die Dschihadisten kontrollieren nun nur noch einen kleinen Landstreifen nahe dem Ort Baghus im Osten Syriens. Die IS-Kämpfer versuchten sich zwischen die fliehenden Frauen und Kinder zu mischen, erklärte Ghika. Die syrischen Partner konzentrierten sich aber darauf, IS-Kämpfer zu finden, „wo immer sie sich verstecken“.

Das kurdisch-arabisches Bündnis nahm bei einem Einsatz gegen Schläferzellen der IS im nordsyrischen Raqqa 63 mutmaßliche Jihadisten fest. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) teilten am Donnerstag mit, die Festgenommenen hätten zu „Terrorzellen gehört, die direkt für die Verbreitung von Terror und Chaos verantwortlich sind“. Raqqa war 2017 von der SDF erobert worden, doch gibt es immer wieder Anschläge in der Stadt.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren unter den Festgenommenen mindestens 48 mutmaßliche IS-Kämpfer. Zudem seien auch Kämpfer rivalisierender Gruppen gefasst worden, erklärte die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in Großbritannien, die sich auf ein breites Netz an Aktivisten vor Ort stützt. Demnach sind die Festnahmen Teil eines groß angelegten Einsatzes gegen IS-Zellen in den SDF-kontrollierten Gebieten.




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