Letztes Update am Fr, 08.02.2019 06:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schneeschäden - Reparaturen und Gästeminus in Niederösterreich



St. Pölten (APA) - Die massiven Schneefälle im Jänner haben in Niederösterreich für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Dazu kommen Mehrkosten für den Winterdienst und Einbußen in Skigebieten. Touristiker hoffen, dass sich das Gästeminus im Laufe der Saison noch ausgleichen lässt. Die Reparaturen im Stromnetz werden noch Wochen dauern. Die EVN geht von einem Schaden im niedrigen einstelligen Millionenbereich aus.

Der niederösterreichische Straßendienst hat aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse in den vergangenen Wochen Mehrkosten von mehr als acht Millionen Euro zu stemmen. Diese ergeben sich aus einem Mehr an Streusalz- und Streusplittbedarf, höherem Treibstoffverbrauch und weiteren Leistungen zur Aufrechterhaltung des Winterdienstes, teilte das Büro von Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) mit.

Für den Katastropheneinsatz im Jänner im Mostviertel rechnet das Land mit Kosten von rund 350.000 Euro, hieß es aus dem Büro von LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP). Alleine am Hochkar im Bezirk Scheibbs, das von 7. bis 18. Jänner gesperrt war und zehn Tage lang als Katastrophengebiet galt, wurden 16.000 Arbeitsstunden geleistet. In den Bezirken Scheibbs und Lilienfeld waren vom 9. bis zum 17. Jänner laut Landespressedienst rund 3.000 Helfer im Einsatz.

Weiterhin und wohl bis zum Frühjahr mit Reparaturen in Sachen Stromversorgung beschäftigt sind die Monteure der Netz Niederösterreich. „Es gibt noch eine Reihe von Leitungen in waldreichen Gebieten, die wir bisher nur provisorisch repariert haben“, sagte EVN-Sprecher Stefan Zach. Spätestens nach der Schneeschmelze sollen diese „professionell repariert“ werden. Im bisherigen Verlauf des Winters wurden mehr als 10.000 Arbeitsstunden verzeichnet, rechnete Zach vor. Die verursachten Schäden können „noch nicht final abgeschätzt werden“, dürften aber „im niedrigeren einstelligen Millionenbereich“ liegen. Das sei „signifikant höher“ als in anderen Jahren. „Es hat ja auch schon Winter gegeben, in denen es kaum Störungen gab“, verglich der Unternehmenssprecher.

Etwa 200 Monteure waren zu Jahresbeginn wochenlang im Einsatz, um im Zusammenspiel mit Einsatzorganisationen die Stromversorgung im Bundesland zu gewährleisten und Störungen zu beheben. „Der hohe Verkabelungsgrad wirkte sich hier sehr positiv aus und hat uns vor Schlimmerem bewahrt“, hielt Zach fest. In den Ortsnetzen befinden sich demnach bereits mehr als 90 Prozent der Stromleitungen unter der Erde, bei den Mittelspannungsleitungen sind es rund 70 Prozent. „Der Jänner zeigte uns einmal mehr, dass wir hier auf einem guten Weg sind und die Verkabelungen zurecht forcieren.“

Für eine Verdoppelung von Einsatzstunden und Streugutverbrauch sorgten vor allem die Wetterkapriolen im Jänner bei den zehn Autobahnmeistereien der Asfinag in Niederösterreich. Von 1. November 2018 bis 31. Jänner diesen Jahres wurden rund 9.800 Einsatzstunden verzeichnet und etwa 16.150 Tonnen Salz verbraucht, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Im gleichen Zeitraum waren 2017/18 etwa 5.000 Einsatzstunden und 8.150 Tonnen Salz notwendig, um die Autobahnen im Bundesland sicher passierbar zu machen.

Auswirkungen hatten die starken Niederschläge und die angespannte Lawinenlage auch auf den Tourismus. „Die Wettersituation Anfang Jänner war vor allem im Mostviertel zum Teil recht kritisch und hat dazu geführt, dass Gäste nur erschwert (oder gar nicht) zeitgerecht in ihren Urlaubsort anreisen konnten“, teilte das Büro von Tourismus-Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) mit. Die Marktgemeinde Göstling war mit dem Hochkar am stärksten betroffen. Angespannt war die Lage auch in den Skigebieten Lackenhof, Annaberg und Gemeindealpe Mitterbach, die aufgrund von Sperren wegen Lawinengefahr deutliche Einbußen bei den Gästezahlen verzeichnete.

„Die Niederösterreich-Werbung rechnet mit einem Verlust von 12.000 bis 14.000 Nächtigungen. Die Semesterwoche war allerdings schon wieder ausgebucht“, hieß es. Seriöse Zahlen könnten hier jedoch erst nach der Jänner-Hochrechnung Ende Februar genannt werden. „Im Moment sind wir sehr optimistisch, dass es aufgrund der ausgezeichneten Bedingungen in allen Skigebieten Niederösterreichs gelingen wird, diesen Ausfall über den Verlauf der Saison zu kompensieren.“

Aufgrund von Räumarbeiten bleibt die Bergstrecke der Mariazellerbahn zwischen Laubenbachmühle und Mariazell weiterhin gesperrt. 30 Bäume waren wegen der Schneelast und des Windes auf die Oberleitung gestürzt. In Folge waren rund 50 Mitarbeiter im Einsatz und leisteten mehr als 3.000 Arbeitsstunden, um Schäden zu beheben. Der Schienenersatzverkehr kostet die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) rund 92.000 Euro. Die Höhe des Schadens an der Strecke könne noch nicht abgeschätzt werden, wurde mitgeteilt.




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