Letztes Update am Fr, 08.02.2019 06:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schneeschäden - Tirol kam „mit blauem Auge“ davon



Innsbruck (APA) - Die massiven Schneefälle der vergangenen Wochen hatten in Tirol zwar in manchen Bereichen beträchtliche Mehrkosten zur Folge, aufgrund des Ausbleibens großer Schäden dürfte man nach derzeitiger Einschätzung aber mit einem blauen Auge davongekommen sein. Viel hänge in punkto Kosten auch davon ab, wie sich der restliche Winter im Bundesland gestalte, hieß es seitens des Landes gegenüber der APA.

Im Bereich des Straßendienstes auf Landesstraßen gehe man bei anhaltend intensivem Winter derzeit von Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro aus, teilte das Büro des zuständigen Landeshauptmannstellvertreters Josef Geisler (ÖVP) mit. Im Wesentlichen würde dies Streusalz, Fahrzeugkosten und Kosten für externe Frächter betreffen. „Da wir etwa erst den ‚halben Winter‘ hinter uns haben, ist eine Abschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Winters naturgemäß nur schwer zu erstellen“, so Geisler. Grundsätzlich sei der Straßendienst auf solche Wetter- und Straßensituationen sowohl organisatorisch als auch finanziell vorbereitet und habe entsprechende Vorsorge getroffen. Nur bei sehr stark ausgeprägten Wintern seien für den Straßendienst zusätzliche finanzielle Mittel nötig, um Mehrkosten abdecken zu können. In den letzten 15 Jahren war dies laut Angaben des Landes nur zwei Mal der Fall, so auch nach dem letzten Winter 2017/2018. Damals entstand ein zusätzlicher Bedarf von rund 1,5 Millionen Euro.

Schäden an den Landesstraßen B und L durch umgestürzte Bäume oder Lawinen könnten derzeit noch nicht genau beziffert werden. Man gehe aber von Schäden in der Höhe von mehreren Hunderttausend Euro aus - an Leitpflöcken, Leitschienen, Seilsperren und Fangnetzen.

Im Bereich der privaten Gebäude und Infrastrukturen liegen dem Land derzeit zwei Meldungen von privaten Elementarschäden vor. Die erste betrifft ein Wohngebäude in Brixen im Thale im Bezirk Kitzbühel, das von einer Lawine beschädigt wurde. Der Schaden dürfte durch Versicherung und Beihilfen aus dem Katastrophenfonds weitgehend gedeckt sein. Die zweite Meldung bezieht sich auf eine Almhütte im Tiroler Unterland. Welcher Schaden hier genau entstanden ist, könne erst beurteilt werden, wenn das Gebiet wieder zugänglich ist. Im Frühjahr rechneten die Verantwortlichen durch den Abgang von Grundlawinen noch mit einer Reihe landwirtschaftlicher Flurschäden.

Auch im Bereich der Stromversorgung ist im Bundesland mit Mehrkosten zu rechnen. Von einem „nicht unbeträchtlichen Schadensausmaß“ sprach Christian Ammer von der Tinetz-Stromnetz Tirol AG. Man hatte es etwa mit umgestürzten oder abgebrochenen Bäumen zu tun, die in der Folge die Leitungen beschädigten und zu Stromausfällen führten. Kurzfristige Ersatzmaßnahmen seien notwendig gewesen und „Störungskosten“ angefallen.

Sehr glimpflich kam man im Bereich der Lawinenschutzbauten davon. „Es sind keine größeren Schäden an den Schutzbauten zu verzeichnen. Das ist sehr beruhigend“, sagte der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung in Tirol, Gebhard Walter, der APA. Kleinere Sanierungen würden aber sicher notwendig werden. Zudem würden die notwendigen Erkenntnisse, die ein solcher Winter mit sich bringe, auch zu Folgekosten führen - etwa, was die Ergänzung von Bebauungen und von Informationsstationen betrifft.

„Summa summarum ein kleines Minus“ hätten die massiven Schneefälle dem Tiroler Tourismus beschert, erklärte indes Wirtschaftskammer-Vizepräsident und Hotelier Abg. Franz Hörl (ÖVP) der APA. In „Teilen von Ortsteilen“, die länger von der Außenwelt abgeschnitten waren, sei es zu einem „ziemlichen Ausfall“ gekommen - etwa in Hintertux sowie in Hochfügen im Zillertal. Ganze Orte seien aber nicht betroffen gewesen. „Insgesamt kann man sagen: Das typische Jänner-Loch ist heuer ein bisschen ausgeprägter ausgefallen“, fasste Hörl die Auswirkungen auf den Tourismus zusammen.




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