Letztes Update am Fr, 08.02.2019 13:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Friedensabkommen in Zentralafrika sieht Versöhnungskommission vor



Bangui (APA/AFP) - In der Zentralafrikanischen Republik soll eine Wahrheits- und Versöhnungskommission die Kriegsgräuel der vergangenen Jahre aufarbeiten. Die Kommission solle binnen 90 Tagen gebildet werden, heißt es in dem Friedensabkommen von Regierung und Rebellen, das der AFP am Freitag vorlag. Nach Abschluss ihrer Untersuchungen solle das Gremium der Justiz Empfehlungen für das weitere Vorgehen vorlegen.

Das Abkommen war diese Woche von der Regierung und mehreren Rebellengruppen unterzeichnet worden, sein Inhalt war zunächst aber nicht veröffentlicht worden. Die Vereinbarungen sehen außerdem vor, dass die bisherigen Konfliktparteien für die Dauer von 24 Monaten gemeinsame Sicherheitspatrouillen aufzustellen. Diese sollen aus Soldaten der regulären Armee und Mitgliedern bewaffneter Gruppen bestehen.

Es ist das achte derartige Abkommen, das seit 2013, dem Beginn der Krise in Zentralafrika, erzielt wurde. Als Vermittler waren die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union tätig. Die vorangegangenen Friedensvereinbarungen hatten keinen langen Bestand.

Präsident Faustin-Archange Touadéra und Vertreter von Rebellengruppen hatten das Abkommen am Mittwoch in der Hauptstadt Bangui unterzeichnet. Die Chefs der beiden wichtigsten Rebellengruppen waren bei der Zeremonie jedoch nicht anwesend. Ein Regierungssprecher sagte, Gruppen, die noch nicht unterzeichnet hätten, könnten dies während des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union am Sonntag und Montag in Addis Abeba tun.

Seit einem Bürgerkrieg 2013 schwelt in dem Binnenstaat ein vielschichtiger Konflikt. Konkurrierende Rebellengruppen kontrollieren 70 bis 80 Prozent des Staatsgebiets, staatliche Strukturen sind vielerorts kaum mehr existent. Weite Landstriche werden von marodierenden Milizen beherrscht, die sich oft als Vertreter christlicher oder muslimischer Interessen ausgeben.

Die Konfliktparteien hatten seit Ende Jänner unter Vermittlung der AU und unterstützt von der UNO in der sudanesischen Hauptstadt Khartum verhandelt. Mehrfach wurden die Gespräche wegen Unstimmigkeiten unterbrochen.

Die Zentralafrikanische Republik ist reich an Bodenschätzen, doch die 4,5 Millionen Einwohner zählen zu den ärmsten der Erde. Im Land gibt es rund 700.000 Binnenflüchtlinge, etwa 570.000 Bewohner sind ins Ausland geflohen. Zur Stabilisierung der Lage sind in Zentralafrika mehr als 12.000 Blauhelmsoldaten im Rahmen des MINUSCA-Einsatzes der UNO stationiert.




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