Letztes Update am So, 10.02.2019 05:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erneut Journalist in Mexiko ermordet



Mexiko-Stadt (APA/AFP) - In Mexiko ist erneut ein Journalist ermordet worden. Jesus Ramos Rodriguez vom Radiosender 99,9 FM sei am Samstag in einem Restaurant in der Stadt Emiliano Zapata erschossen worden, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Tabasco der Nachrichtenagentur AFP.

Örtlichen Medien zufolge hatte er jahrelang eine Nachrichtensendung moderiert. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ leitete eine Untersuchung zu dem Attentat ein.

Die Zeitung „El Universal“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, der Angreifer sei aus einem Auto gestiegen und direkt auf Rodriguez zugegangen. Dann habe er mindestens acht Mal auf ihn geschossen. Im zwischen Guatemala und dem Golf von Mexiko gelegenen Bundesstaat Tabasco kämpfen mehrere mächtige Drogenkartelle um die Vorherrschaft.

Erst vor wenigen Wochen war der Chef eines Lokalradiosenders im nördlichen Bundesstaat Baja California Sur getötet worden. Rafael Murua wurde am 20. Jänner tot in einem Graben gefunden, nachdem er als vermisst gemeldet worden war. Der 34-Jährige hatte vor seinem Tod Morddrohungen erhalten und war in ein Schutzprogramm der mexikanischen Regierung für Journalisten und Menschenrechtsaktivisten aufgenommen worden.

Im Dezember listete „Reporter ohne Grenzen“ Mexiko als drittgefährlichstes Land für Journalisten nach Afghanistan und Syrien auf. Seit dem Jahr 2000 wurden in Mexiko mehr als hundert Journalisten umgebracht - die meisten dieser Taten blieben straffrei.

Verstärkt durch den blutigen Drogenkrieg und politische Korruption sind Gewaltverbrechen in Mexiko sehr weit verbreitet. Vergangenes Jahr stieg dort die Zahl der gewaltsam ums Leben gekommenen Menschen auf einen Rekordwert von 33.341.




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