Letztes Update am So, 10.02.2019 06:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eisschnelllauf: Für Weltmeisterin Herzog folgt schon bald nächste WM



Inzell (APA) - Die Saisonhöhepunkte im Eisschnelllauf drängen sich derzeit. Nach den Weltmeisterschaften in Inzell auf den Einzelstrecken finden in zwei Wochen jene im Sprintvierkampf statt. Das bedeutet auch für Vanessa Herzog nicht nur einen gewissen Stress, sondern auch gute Erfolgsaussichten. Nach vier Tagen in der Heimat geht es für die zweifache Medaillengewinnerin von Bayern am Donnerstag nach Heerenveen.

Als Einzelstrecken-Weltmeisterin über 500 m und -“Vize“ über 1.000 m wird die 23-Jährige bei ihrem letzten großen sportlichen Höhepunkt in diesem Winter zu den Favoritinnen zählen. Noch dazu hätte die Addition ihrer beiden Inzell-Zeiten Rang eins ergeben. Beide Strecken auf Sprint-WM-Ebene sind jedoch ein zweites Mal zu laufen, an einem Wochenende. Mit dieser geballten Ladung an Rennen hatte Herzog zuletzt oft Probleme, sie braucht mehr Regeneration.

Bei den Sprint-Europameisterschaften am zweiten Jänner-Wochenende in Klobenstein hatte sie den Spagat erstmals gut bewältigt und Gold geholt. Das gilt es nun, auch in den Niederlanden so umzusetzen. „Man stellt sich anders darauf ein“, erklärte Trainer-Manager Thomas Herzog auf Nachfrage der APA - Austria Presse Agentur. „Man versucht, die 500 nicht 100 Prozent zu laufen, sondern 98 oder 99 und versucht, so schnell wie möglich zu regenerieren.“

Sorge bereitet ihm aber die dichte Abfolge der Top-Events. Zwischen EM und Sprint-WM liegen nur sechs Wochen. „Man muss im Jänner in Topform sein und im Februar in Topform sein. Daher bin ich froh, dass das die ISU (Weltverband, Anm.) im nächsten Jahr anders gestaltet und eine WM gestrichen wird.“ Sprint- und Mehrkampf-WM sollen dann zusammengezogen werden, in weiterer Folge könnte es sogar nur noch eine WM-Woche pro Saison geben.

Vanessa Herzog sieht sich nicht als logische Sprint-WM-Medaillenkandidatin. „Die Medaille dort ist keinesfalls klar. Ich muss vier Rennen in zwei Tagen schaffen. Und die ist schwer zu biegen“, sagte die Wahl-Kärntnerin bei der eben vorbeigegangenen Nao Kodaira. Die Japanerin wurde in Inzell zweimal um weniger als eine Zehntel besiegt und wird wohl auf Revanche aus sein. Und im März geht es für Herzog noch beim Weltcup-Finale in Salt Lake City um den 500-m-Weltcup.

Mit der Konzentration auf 500 und 1.000 m ist Herzog in dieser Saison goldrichtig gelegen. Ob sie 2019/20 wie 2017/18 Ausflüge auf 1.500 m wagt, ist fraglich. „Ich kann schon 1500er fahren“, erläuterte die Wahl-Kärntnerin. „Aber da wäre ein zehnter Platz sehr gut. Und das hilft mir nicht viel. Und der Massenstart ist viel zu lang.“ Thomas Herzog: „Da gibt es Semifinale und Finale - und das ist brutal. Vanessa hat im Massenstart eine Chance, aber nicht in der kurzen Abfolge.“




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