Letztes Update am So, 10.02.2019 13:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grundstein für Neubau von Atatürk-Kulturzentrum in Istanbul gelegt



Istanbul (APA/dpa) - Fast ein Jahr nach Abriss des symbolträchtigen Atatürk-Kulturzentrums in der türkischen Metropole Istanbul ist der Grundstein für den Neubau gelegt worden. Der Gebäudekomplex am Taskim-Platz solle, „so Gott will“, in zwei Jahren fertiggestellt sein, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag in Istanbul.

Das im Volksmund AKM genannte Zentrum ist ein Symbol der regierungskritischen Gezi-Proteste von 2013. Diese hatten sich an der geplanten Zerstörung des Gezi-Parks am Taksim-Platz entzündet und weiteten sich zu landesweiten Protesten gegen den damaligen Ministerpräsidenten Erdogan aus. Die Demonstranten besetzten auch das Atatürk-Kulturzentrum und wehrten sich gegen dessen geplanten Abriss. Erdogan sagte am Sonntag, die Gegner des Projekts hätten das Kulturzentrum als Symbol ihrer „marginalen Ideologie“ benutzt.

Das neue Gebäude soll vor allem als Opernhaus dienen, aber auch ein Theater, Kinos und Restaurants beherbergen. Die Fassade soll laut Entwürfen der markanten Glas- und Beton-Front des alten Kulturzentrums nachempfunden sein, allerdings heller und luftiger wirken. Architekt ist Murat Tabanlioglu - Sohn des Architekten Hayati Tabanlioglu, der das alte Gebäude entworfen hatte.

Das ursprüngliche Gebäude war 1969 als „Istanbuler Kulturpalast“ eröffnet worden, um dort Aufführungen der Staatsoper, des Staatsballetts und des Staatstheaters zu zeigen. Nach einem Feuer im Jahr 1970 wurde es renoviert und 1977 als Atatürk-Kulturzentrum wiedereröffnet. Schon 2005 hatte das Kulturministerium empfohlen, das Gebäude abzureißen. Angesichts des Widerstands dagegen wurden die Pläne zwar zunächst auf Eis gelegt, 2008 wurden die Aufführungen aber eingestellt. Im Februar 2018 begann der vollständige Abriss, der mehrere Wochen dauerte.




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