Letztes Update am Mo, 11.02.2019 11:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rouhani: „Wir sind in psychologischen und wirtschaftlichen Krieg“



Teheran (APA/dpa/AFP) - Zum 40. Jahrestag der islamischen Revolution hat der iranische Präsident Hassan Rouhani die Einheit des Volkes und den Widerstand gegen ausländische Feinde beschworen. „Wir befinden uns heute in einem psychologischen und wirtschaftlichen Krieg“, sagte Rouhani am Montag in Teheran bei einer Großkundgebung auf dem Asadi-Platz.

Mit Wirtschaftssanktionen wollten US-Präsident Donald Trump, Israel und Saudi-Arabien das islamische System schwächen und einen Regimewechsel im Iran erzwingen. Dies werde jedoch nicht gelingen, wenn Volk und Regierung zusammenhielten.

Die „Verschwörung“ der USA, Israels und anderer „reaktionärer Staaten“ im Nahen Osten gegen Teheran sei zum Scheitern verurteilt, sagte Rouhani am Montag auf einer Massenkundgebung in Teheran. Schon die vielen Menschen auf den Straßen des Landes zeigten, dass der „Feind seine teuflischen Ziele“ niemals erreichen werde. „Das Volk steht auch nach 40 Jahren zu den Idealen der Revolution von 1979 und der Islamischen Republik“, sagte Rouhani

Großkundgebungen im ganzen Land waren am Montag ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der islamischen Revolution. An den staatlich koordinierten Kundgebungen in Teheran und anderen Städten nahmen laut staatlichen Medien Millionen Menschen teil. Das ausgegebene Motto der Feierlichkeiten lautet: „Stolz auf gestern, voller Hoffnung auf morgen“. Die Slogans der Demonstranten richteten sich erneut gegen die USA und den Erzfeind Israel.

Das Volk wolle weiterhin nicht von imperialistischen Mächten abhängig sein, sagte Rouhani. Das Land mit seiner Bevölkerung von mehr als 82 Millionen Menschen und seinem Militär sei stärker als vor 40 Jahren und werde die Verschwörungen der Feinde des Landes besiegen.

Der Präsident würdigte den Beitrag der heimischen Rüstungsindustrie zur Bewaffnung der Streitkräfte. 85 Prozent der Ausrüstung einschließlich fast jeder Art von Raketen würden im Iran hergestellt. „Unsere Streitkräfte erhalten alles, was sie wollen“, sagte Rouhani. Damit könne sich das Land nicht nur vor ausländische Invasionen schützen, sondern auch seinen Weg gegen Imperialismus und Unterdrückung weitergehen.

In seiner Rede ging Rouhani nicht auf die Probleme im Land ein. Wegen der Sanktionen der USA steckt das Land in einer akuten Wirtschaftskrise. Die nationale Währung hat 60 Prozent an Wert verloren, die Inflation ist in allen Bereichen gestiegen und der wichtige Ölexport ist stark geschrumpft.

Einen völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch erwarten Ökonomen zwar nicht, weil es dem Iran gelungen ist, seine Wirtschaft ausreichend zu diversifizieren. Das Herzstück der Politik der Rouhani-Regierung, das Wiener Atomabkommen von 2015, ist nach Trumps Ausstieg letztes Jahr allerdings kaum noch zu retten. Es hatte über das Ende der Sanktionen eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Wohlstand ermöglichen sollen. Sogar Rouhani selbst ist innenpolitisch nun unter Druck. Die Hardliner wollen ihn wegen der Wirtschaftskrise zum Rücktritt bewegen und nach mehr als sechs Jahren ihrerseits wieder an die Macht kommen.

Am 11. Februar 1979 war im Iran das Ende der Monarchie verkündet worden. Einen Monat später wurde die Islamische Republik gegründet. Als Revolutionsführer und Gründer des schiitischen Gottesstaates gilt deren erster oberster Führer, Ayatollah Ruhollah Khomeini, der von seinem Exil in der französischen Gemeinde Neauphle-le-Chateau aus den Sturz der Monarchie vorbereitet hatte. Seine Rückkehr nach Teheran leitete das Ende der Monarchie ein.




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