Letztes Update am Mo, 11.02.2019 11:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-General sagte geplanten Besuch in Prishtina ab



Prishtina (Pristina)/Washington/Belgrad (APA) - Die Weigerung des Kosovo, die drastischen Zölle gegen den Nachbarn Serbien aufzuheben, belastet nun auch die Beziehungen Prishtinas zu den USA. Der US-General Thimoty Orr hat einen für diese Woche geplanten Besuch in Prishtina abgesagt, wie die Tageszeitung „Koha Ditore“ am Montag berichtete.

Der Befehlshaber der Nationalgarde im US-Staat Iowa sollte zwischen dem 16. und dem 18. Februar in der kosovarischen Hauptstadt den Feierlichkeit zum 11. Unabhängigkeitstag des Kosovo beiwohnen. Der Befehlshaber der kosovarischen Sicherheitskräfte Rrahman Rama hat nun laut dem Medienbericht den Präsidenten Hashim Thaci in einem Schreiben über den abgesagten Besuch informiert. Grund für die Absage sei die Unzufriedenheit der USA mit den Entscheidungen der kosovarischen Regierung, hieß es demnach im Schreiben.

Zudem soll der US-Militärattache in Prishtina Christopher Connor den Befehlshaber der kosovarischen Streitkräfte darüber informiert haben, dass in den kommenden Tagen auch Ausbildungsprogramme und wechselseitige Besuche von Militärs gestrichen werden könnten. Der Inhalt des Schreibens Ramas wurde gegenüber der Zeitung von Ardian Arifaj, einem Berater Thacis, bestätigt. Der Schritt der USA sei wegen des Stillstandes im Normalisierungsdialog zwischen Belgrad und Prishtina unternommen worden, erläuterte er.

Die Gespräche zwischen den beiden Ländern liegen seit längerem auf Eis. Belgrad weigert sich, den Dialog fortzusetzen, solange die drastischen Zölle für serbische Ware in Kraft sind. Der Kosovo hatte die Zölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina verhängt. Die serbische Wirtschaft hat deshalb bisher Einbüßen im Wert von rund 90 Millionen Euro verzeichnet, teilte Handelsministers Rasim Ljajic am Montag mit.

Die Zölle sorgen mittlerweile auch für Meinungsverschiedenheit innerhalb der kosovarischen Regierungskoalition. Die mitregierende Demokratische Partei (PDK) von Parlamentspräsident Kadri Veseli fordert eine vorläufige Aussetzung der Zölle, um eine Fortsetzung des Normalisierungsdialog zu ermöglichen.




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