Letztes Update am Mo, 11.02.2019 13:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Amnesty: Menschenrechtsverletzungen bei Militäreinsatz in Myanmar



Wien (APA) - Bei einem Militäreinsatz im Bundesstaat Rakhine in Myanmar (Burma) soll das Militär Zivilsten den Zugang zu Lebensmitteln und humanitärer Hilfe verwehren, hieß es am Montag in einer Aussendung von Amnesty International. Nach UN-Angaben wurden seit Dezember bis zum 28. Jänner mehr als 5.200 Menschen aus der Region vertrieben.

„Das Militär in Myanmar schert sich nicht um Menschenrechte. Das Bombardieren von bewohnten Dörfern und das Zurückhalten von Lebensmitteln ist unter keinen Umständen zu rechtfertigen“, sagte Tirana Hassan, Direktorin des Krisenreaktionsteams von Amnesty International. Die Sicherheitskräfte würden vage formulierte und repressive Gesetze einsetzen, um Menschen festzunehmen.

Truppen, die schon an Gewalttaten gegen die Rohingya im August und September 2017 beteiligt gewesen seien, sollen Amnesty zufolge erneut in Rakhine eingesetzt worden sein. „Obwohl die internationale Gemeinschaft die Gräueltaten des myanmarischen Militärs einhellig verurteilte, deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Streitkräfte nun skrupellos noch schwerere Verstöße begehen“, so Hassan.

In der Region kam es auch in der Vergangenheit zu Gewalt zwischen Rebellen und dem Militär. Erst im Jänner wurden 13 Polizisten bei einem Anschlag der „Arakan-Armee“ getötet. Die Rebellengruppe kämpft für eine größere Unabhängigkeit ihrer ethnischen Minderheit in Rakhine. Laut Amnesty wies die Zivilregierung von Myanmar wenige Tage nach den Anschlägen im Jänner das Militär an, die „Arakan-Armee“ zu „vernichten“. Ein Regierungssprecher bezeichnete die bewaffnete Gruppe als „terroristische Organisation“.

„Das Militär in Myanmar handelt seit Jahren auf die gleiche grausame Weise und muss nun endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Der UN-Sicherheitsrat muss die neuen Erkenntnisse dringend dem Internationalen Strafgerichtshof vorlegen“, so Hassan.

In Rakhine tobt auch der Konflikt um die muslimische Rohingya-Minderheit. Diese wird bereits seit Jahrzehnten in Myanmar unterdrückt und diskriminiert. Allein zwischen August und Dezember 2017 flohen mehr als 700.000 Rohingya vor dem Militär ins Nachbarland Bangladesch, wo schon zuvor 300.000 Rohingya lebten. In Myanmar ist die große Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens.

~ WEB http://www.amnesty.org/ ~ APA270 2019-02-11/13:50




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