Letztes Update am Mo, 11.02.2019 16:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sofia und London prüfen: Bezug zwischen Vergiftung und Fall Skripal?



Sofia/London (APA/dpa) - Bulgarien und Großbritannien prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Giftanschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal und der Vergiftung eines bulgarischen Rüstungsherstellers gibt. Das bestätigte der bulgarische Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow am Montag nach einem Treffen mit der britischen Botschafterin in Sofia, Emma Hopkins, und Regierungschef Boiko Borissow.

Verdächtig ist demnach der russischer Geheimagent Sergej Fedotow. Er soll sich 2015 zu dem Zeitpunkt in Bulgarien aufgehalten haben, als ein bulgarischer Rüstungsunternehmer, sein Sohn und einer seiner Mitarbeiter vergiftet wurden. Der Unternehmer vermutet, mit einem Stoff aus der Nowitschok-Familie vergiftet worden zu sein, wie Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow am Montag in Sofia erläuterte.

Das bulgarische Ermittler-Team arbeite „in voller Koordinierung“ mit den Ermittlern in Großbritannien zum Skripal-Fall zusammen, sagte Zazarow nach dem Treffen weiter. Skripal und seine Tochter Julia waren im März vergangenen Jahres im britischen Salisbury mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Das hochgefährliche Nervengift war einst in der früheren Sowjetunion entwickelt worden. Die beiden entgingen nur knapp dem Tod.

Die drei Bulgaren konnten sich ebenfalls von der Vergiftung erholen. Im Kaffee aus der Kaffeemaschine des bulgarischen Unternehmers sowie in einem Rucola-Salat, der bei einem Geschäftsessen in Sofia serviert worden war, wurden nach Angaben des bulgarischen Generalstaatsanwalts Spuren von Pestiziden festgestellt. Ein Ausschuss des bulgarischen Parlaments will sich in den kommenden Tagen ebenfalls mit dem Fall befassen - voraussichtlich am Mittwoch.




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