Letztes Update am Di, 12.02.2019 08:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


69. Berlinale: Langs Meisterwerk „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“



Berlin/Wien (APA) - Er war einer der ersten deutschen Tonfilme und gilt bis heute als einer der besten: Fritz Langs bis heute unsterblicher Klassiker „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“. Bereits als das Werk 1931 erschien, erregte es Aufsehen - was nicht nur der Thematik, sondern nicht zuletzt der Stilistik des Films geschuldet war.

Das als Leitmotiv des Mörders eingesetzte Pfeifen der Grieg-Melodie „In der Halle des Bergkönigs“ hob die Verwendung des neuen Mediums Ton im Film auf eine neue Stufe. Und mittels Match Cuts, also überblendenden Schnittelementen zwischen den einzelnen Szenen, schuf Lang einen flüssigen Erzählstil.

Dabei wendete sich der damals 40-jährige Lang nach mehreren monumentalen Blockbustern wie „Die Nibelungen“ oder seinem legendären „Metropolis“ mit „M“ wieder dem kleineren, psychologischeren Format zu. Das Drehbuch verfasste der gebürtige Wiener abermals mit seiner Ehefrau Thea von Harbou, wobei die beiden lange für ihr Sujet recherchierten.

Im Zentrum des Schwarz-Weiß-Filmes steht die Jagd auf einen Kindermörder, der Berlin in Panik versetzt. Nicht nur die Polizei, auch das organisierte Verbrechen hetzt schließlich den Triebtäter, um Ruhe vor den forcierten Razzien zu haben. Am Ende kann das Lynchtribunal der Unterwelt gegen den gefassten Mörder nur knapp verhindert werden.

Bereits früh wurde diese Schilderung der brutalen Verbrecher, die schwache Institutionen ausnutzen, der Massenpanik und der damit einhergehenden Verführbarkeit von der Filmwissenschaft als Vorausahnung der Schatten des Nationalsozialismus gedeutet. Vielleicht nicht zuletzt deshalb wurde „M“ neben Lang vor allem auch für einen zweiten Wiener zum Triumph wie zum Fluch: Der Theaterschauspieler Peter Lorre stieg mit seiner Rolle des getriebenen Täters praktisch über Nacht zum Star auf - und war Zeit seines Lebens auf die Rolle der dunklen Gestalten festgelegt.




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