Letztes Update am Di, 12.02.2019 10:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela-Krise: Guaido bittet Italien um Unterstützung



Rom (APA) - Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaido hat Italien aufgerufen, sein Land zu unterstützen, damit es zu freien Wahlen gelangen könne. In einem offenen Brief, der am Dienstag von mehreren italienischen Tageszeitungen abgedruckt wurde, bemängelte Guaido, dass Italien zu den wenigen Ländern zähle, die ihn nicht als Übergangspräsidenten anerkannt hätten.

„Wir begreifen die Gründe von Italiens politischer Position nicht. Wir begreifen nicht, warum das europäische Land, das uns am nächsten steht, keine klare und entschlossene Position gegen Diktator Nicolas Maduro einnimmt und nicht mit Nachdruck freie Wahlen unter Aufsicht der internationalen Gemeinschaft und die Lieferung humanitärer Hilfen fordert“, schrieb Guaido. Viele Venezolaner seien italienischer Herkunft, betonte er.

„Ich bin überzeugt, dass das italienische Volk auf unserer Seite, der Seite der Demokratie, der Freiheit und der Gerechtigkeit steht. Wir brauchen die italienische Unterstützung. Wir brauchen eine geschlossene internationale Gemeinschaft, um Maduro zum Rücktritt zu zwingen. Wir brauchen Italien auf unserer Seite“, so Guaido.

Italien hat im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern den jungen Abgeordneten nicht als rechtmäßigen Übergangsstaatschef des südamerikanischen Krisenlandes anerkannt. Eine Delegation Guaidos wurde am Montag im Vatikan empfangen und traf auch den italienische Vizepremier und Innenminister Matteo Salvini. Der italienische Außenminister Enzo Moavero Milanesi will am Dienstag das Parlament über die Position der italienischen Regierung bezüglich der Venezuela-Krise informieren.




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