Letztes Update am Di, 12.02.2019 10:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1: Rosberg: „Mercedes vielleicht nicht mehr dominante Kraft?“



Berlin (APA/dpa) - Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hält nach den neuesten Regeländerungen neue Kräfteverhältnisse in der Königsklasse des Motorsports für möglich. „Die Autos werden ganz anders sein, und es kann jetzt durchaus wieder sehr große Performance-Unterschiede geben“, sagte Rosberg in einem dpa-Interview. „Vielleicht ist Mercedes jetzt ja nicht mehr die dominante Kraft? Darauf bin ich sehr gespannt.“

Außerdem hofft der 33-jährige Deutsche vor dem Saisonstart am 17. März in Australien auf ein erstarktes Red-Bull-Team. „Das wäre toll, denn letztes Jahr waren es die spannendsten Rennen, als sie vorne mit dabei waren. Klar ist Mercedes momentan noch der große Favorit, aber es kann sich auch viel durchmischen“, erklärte Rosberg, der die Saison auch als TV-Experte für RTL verfolgen wird. Nach dem Gewinn seines Fahrertitels bei Mercedes war er 2016 zurückgetreten.

Anschließend bekam Valtteri Bottas das bei den Silberpfeilen freigewordene Cockpit. Dem Finnen traut Rosberg in seiner dritten Saison beim Werksteam zu, Weltmeister Lewis Hamilton mehr attackieren zu können. „Bottas kann mehr, als er zuletzt gezeigt hat. Wenn er einen sehr guten Start in die Saison hat und Lewis teilweise die Motivation verliert, was ihm ja manchmal passiert, und er in eine Art Tal fällt, kann sich so eine Dynamik sehr ändern“, meinte Rosberg.

Mercedes hat seit 2014 fünfmal in Folge sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteurstitel in der Formel 1 gewonnen. Deswegen sieht Rosberg seinen Landsmann und ehemaligen Rivalen Sebastian Vettel bei Ferrari unter Zugzwang. „Sie haben jetzt zwei Chancen gehabt und diese vor allem im letzten Jahr überhaupt nicht genutzt, im Gegenteil. Deswegen ist schon Druck drauf, dass es jetzt mal was wird.“

Vettel hatte im Vorjahr gute Chancen, Hamilton im Titelkampf zu schlagen, doch auch aufgrund eigener Fehler verpasste der Deutsche seine fünfte WM-Krone und musste sich erneut mit Platz zwei zufriedengeben. Seine vier WM-Titel holte der 31-Jährige von 2010 bis 2013 allesamt mit Red Bull.

Bei Ferrari kommt es nach dem Wechsel des Finnen Kimi Räikkönen zu Sauber zu einer neuen Konstellation, denn im erst 21-jährigen Monegassen Charles Leclerc bekommt Vettel einen neuen Teamkollegen. „Der Junge gibt richtig Gas. Er ist auf einem anderen Level als Kimi, der klar die Nummer zwei war“, betonte Rosberg. „Leclerc wird voll auf Nummer eins gehen, und es wird spannend zu sehen, wie der Sebastian damit umgeht und wie die Rangordnung bei Ferrari künftig sein wird.“ Vettel sei „natürlich einer der besten Fahrer überhaupt, aber der junge Leclerc ist auch sehr stark“, sagte Rosberg.




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