Letztes Update am Di, 12.02.2019 10:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tausende Milchbauern aus Sardinien demonstrierten in Rom



Rom (APA) - Tausende Schäfer und Milchbauern aus Sardinien haben am Dienstagvormittag vor der Abgeordnetenkammer in Rom gegen die niedrigen Milchpreise protestiert. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen die ihrer Ansicht nach lächerlich niedrigen Milchpreise, die auf 60 Cent pro Liter gefallen seien. Damit könnten sie die Kosten der Produktion nicht decken.

Der Protest der Milchbauern und Schäfer tobt seit dem vergangenen Wochenende auf Sardinien. Aus Protest wurden auf der Insel eine Million Liter Milch auf den Asphalt gekippt, Straßenblockaden wurden organisiert, berichtete der Landwirtschaftsverband Coldiretti. Nachdem der Preis für einen Liter Schafmilch von 85 Cent in der vergangenen Saison heuer auf 60 Cent gesunken war, behaupten viele Züchter, es besser sei, die Milch auf die Straße zu schütten, als sie für einen Preis unterhalb der Herstellungskosten zu verkaufen.

Die Schafzüchter beschuldigen die Molkereien der Insel, den Milchpreis auf ein für die Schafzuchtbetriebe unannehmbares Minimum gedrückt zu haben. Premier Giuseppe Conte reiste am Montag in die Hauptstadt Sardiniens Cagliari, wo er Bauernvertreter und Viehzüchter traf. Conte versprach seinen Einsatz, um eine Lösung zu finden. Er warnte jedoch, dass sich Italien in Sachen Milch an europäische Vorschriften halten müsse.

Die Schafzucht ist ein Eckpfeiler der Wirtschaft Sardiniens. Hier befindet sich die Hälfte der vier Millionen italienischen Schafe. Sardinien ist wegen der Verarbeitung der Milch zum Schafskäse Pecorino international bekannt.

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