Letztes Update am Di, 12.02.2019 12:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Über 50-Jährige zufrieden mit Politik, Bargeldbezahlung und Fitness



Wien (APA) - Die österreichische Bevölkerung über 50 erachtet sich als überwiegend fit, möchte noch lange mit Bargeld bezahlen können und sieht ihr Land politisch auf dem richtigen Weg. Das ist dem auf einer repräsentativen Onlineumfrage basierenden „Golden Ager Report“ von Marketagent.com zu entnehmen. Aber nicht alles ist eitle Wonne: Sorgen bereitet den Befragten Umwelt, Zuwanderung und Kriminalität.

Lediglich 46 Prozent der Anfang Februar befragten 1.525 Österreicher im Alter von 50 bis 79 Jahren geben an, sehr oder eher zufrieden mit der türkis-blauen Regierung zu sein. Demgegenüber glauben aber knapp über 60 Prozent, dass sich Österreich politisch auf dem richtigen Weg befinde, wie bei der Präsentation des Berichts durch Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, am Dienstag in Wien zu erfahren war. Die tagesaktuelle Politik interessiert 43 Prozent der „Golden Ager“. Damit schlagen sie die Gruppe der 15- bis 24-jährigen „Millennials“ - von ihnen verfolgt nur jeder Fünfte mehr oder weniger enthusiastisch das politische Geschehen.

Die tägliche Portion Nachrichten beziehen die über 50-Jährigen bevorzugt beim Fernsehen. Öffentlich-rechtliche Fernsehkanäle (54 Prozent) liegen in der Gunst vor den privaten Anbietern (25 Prozent). Die sozialen Netzwerke werden von jedem fünften Umfrageteilnehmer gerne zur Nachrichtenbeschaffung verwendet. Beinahe jeder zweite „Golden Ager“ nutzt diese zumindest fast täglich. Nur jeder fünfte Befragte meidet sie komplett.

21 Prozent der über 50-Jährigen können sich vorstellen, dass Österreich in den nächsten zehn Jahren zu einer völlig bargeldlosen Gesellschaft wird. Begrüßen würden diesen Umstand aber nur 14 Prozent. „Millennials“ zeigen sich diesbezüglich aufgeschlossener: Drei von Zehn würden sich über eine bargeldlose Gesellschaft freuen.

Auch darauf, was die über 50-jährigen Österreicher als die drängendsten Probleme unserer Zeit erachten, gibt der „Golden Ager Report“ Auskunft. 54 Prozent nehmen die Umweltverschmutzung und den Klimawandel als ernsthaftes Problem wahr. 15- bis 24-Jährige sind diesbezüglich weniger alarmiert (44 Prozent). Der Generation 50 plus verursacht zudem Zuwanderung (44 Prozent) und steigende Kriminalität (38 Prozent) Kopfzerbrechen. „In Wahrheit sinkt die Kriminalität in Österreich. Die Wahrnehmung hält den Fakten nicht stand“, erklärte Schwabl.

Die Gleichberechtigung der Geschlechter rangiert dagegen weit unten auf der Problemskala. 17 Prozent der Befragten zufolge, sei die Gleichberechtigung ohnehin weitgehend hergestellt und bedürfe keiner verstärkten Aufmerksamkeit. Jeder zweite „Golden Ager“ meint, Hausarbeit müsse fair zwischen Männern und Frauen aufgeteilt werden. Ebenso viele denken, Frauen sollten Kinder haben und dennoch beruflich Karriere machen können. „Wenig verwunderlich, dass diese Meinung bei Frauen etwas stärker ausgeprägt ist“, sagte Schwabl.

Der „Golden Ager Report“ offenbart zudem, dass über 50-jährige Frauen (54 Prozent) stärker darauf achten müssen, mit dem Geld über die Runden zu kommen, als es bei Männern (41 Prozent) der Fall ist. Vier von zehn Befragte meinen, sie hätten besser für die Pension vorsorgen sollen. „Alt“ ist man den Befragen zufolge übrigens mit 70 Jahren.




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