Letztes Update am Di, 12.02.2019 12:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovarischer Premier widersetzt sich seinem Präsidenten



Prishtina (Pristina) (APA) - Der kosovarische Premier Ramush Haradinaj geht auf Konfrontationskurs mit Präsident Hashim Thaci: In Anspielung auf die Normalisierungsgespräche zwischen Belgrad und Prishtina warnte Haradinaj, dass jeder, der die Grenzen des Landes infrage stelle, als „Feind des albanischen Volkes“ gelten müsse.

Thaci hatte laut Medienberichten während seines vorwöchentliches Aufenthaltes in Washington erneut einen Gebietsaustausch mit Serbien aufs Tapet gebracht. Sollte eine „kleine Grenzkorrektur“ der Preis für ein umfassendes Normalisierungsabkommen mit Serbien sein, so wäre dies annehmbar, sagte der kosovarische Staatschef bei einer Podiumsdiskussion im Rechercheinstitut Council on Foreign Relations.

Wie der TV-Sender RTK berichtete, hat sich Haradinaj aber erneut einer jeden Idee, die von seiner Regierung eingeführten drastischen Zölle für Serbien und Bosnien-Herzegowina aufzuheben oder auszusetzen, energisch widersetzt. Nach Meinung des kosovarischen Premiers müssten Zölle bis zur Anerkennung des Kosovo durch Serbien in Kraft bleiben.

Belgrad lehnt andererseits eine jede Fortsetzung des Normalisierungsdialogs ab, solange die Zölle in Kraft sind. Die serbische Wirtschaft erlitt durch die Entscheidung der kosovarischen Regierung vom letzten November bisher Einbüßen im Wert von etwa 90 Mio. Euro.




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