Letztes Update am Di, 12.02.2019 12:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Deutsch-englische CL-Wochen - Dortmund gastiert in Wembley



London/Amsterdam (APA/Reuters/dpa) - Ausgerechnet im Londoner Wembley-Stadion steigt der Auftakt der Fußball-Champions-League-Duelle zwischen England und Deutschland. Tottenham empfängt am Mittwoch (21.00 Uhr/live Sky Sport Austria und DAZN) im Achtelfinale den deutschen Tabellenführer Borussia Dortmund. Nächste Woche folgen die Hinspiele zwischen Liverpool und Bayern München bzw. Schalke 04 und Manchester City.

In Wembley hatte England 1966 mit einem Finalsieg über Deutschland seinen bisher einzigen WM-Titel geholt, 1996 revanchierten sich die Deutschen dort mit einem Triumph im EM-Halbfinale. Dortmund hat keine guten Erinnerungen an das Stadion. 2013 ging dort das Champions-League-Finale gegen Bayern München mit 1:2 verloren, 2017 unterlag man Tottenham in der Gruppenphase 1:3.

Diesmal müssen die Dortmunder in London nicht nur auf Stürmer Paco Alcacer, sondern auch auf Schlüsselspieler Marco Reus verzichten. Der Offensivstar laboriert weiter an einer Oberschenkelverletzung. Ohne den Kapitän gab Dortmund am Samstag in der Liga eine 3:0-Führung gegen Hoffenheim aus der Hand, der Vorsprung auf Titelverteidiger Bayern München schmolz auf fünf Punkte. „Wir werden sein Fehlen kompensieren“, versprach Sebastian Kehl, der Leiter von Dortmunds Lizenzspielerabteilung.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Jadon Sancho. Der englische Flügelspieler steht in seiner Heimat besonders im Mittelpunkt. Möglichen Abwerbeversuchen für den 18-Jährigen erteilte Kehl eine Absage: „Jadon wird auch auf unserem Rückflug wieder im Flieger sitzen.“ Das gilt auch für Trainer Lucien Favre, der nach einem überwundenen grippalen Infekt wieder zur Verfügung steht.

Drei Pflichtspiele sind die Dortmunder sieglos, in Wembley will man wieder auf Touren kommen. Tottenham hat zuletzt wieder etwas Fahrt aufgenommen. In der Gruppenphase hatten sich die Londoner nur mit viel Glück gegen Rapids nunmehrigen Europa-League-Gegner Inter Mailand durchgesetzt, in der Liga gab es seit Mitte Jänner aber vier Siege in Serie.

Rein statistisch betrachtet ist Tottenham im Vorteil. In bisher 90 Europacup-K.o.-Duellen mit deutschen Clubs behielten englische Vertreter 57-mal die Oberhand. Allerdings müssen auch die „Spurs“ auf ihr größtes Offensivass verzichten. Harry Kane macht nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk zwar große Fortschritte, ein Einsatz kommt aber noch deutlich zu früh. Im Rückspiel am 5. März in Dortmund soll der Stürmerstar wieder mit dabei sein.

Klarer ist die Favoritenrolle im zweiten Achtelfinale verteilt, das am Mittwoch startet. Ajax Amsterdam empfängt Real Madrid, das vom vierten CL-Triumph in Serie träumt. „Wenn es um Real Madrid geht, ist nichts unmöglich“, meinte Trainer Santiago Solari. Wenn man sich die Geschichte anschaue, sei Real gegen Ajax der Favorit. „Das betrifft nicht nur unsere gute Form im Moment.“

Unter dem Argentinier, Ende Oktober nach der Ablöse von Julen Lopetegui als Interimscoach installiert, haben die Königlichen einen Aufschwung hinter sich. Durch ein 3:1 im Stadtduell mit Atletico kletterte der Rekordmeister in der Liga am Wochenende auf Rang zwei. „Wir sind sehr zufrieden, in einer so guten Form zu sein“, betonte Solari. „Das gibt uns Selbstvertrauen.“

Ajax dagegen manövrierte sich in den vergangenen Wochen in eine kleine Krise. Seit dem Abgang von ÖFB-Legionär Maximilian Wöber in der Winterpause holten die Amsterdamer in vier Ligaspielen nur vier Punkte. Zwei der vergangenen drei Partien gingen verloren. Negativer Höhepunkt waren Streitigkeiten innerhalb der jungen Mannschaft am Samstag beim 0:1 bei Heracles Almelo.

Neben dem Spiel und den Nerven verlor Ajax in Almelo auch Jungstar Frenkie de Jong. Der 21-jährige Mittelfeldspieler, der zu Saisonende für 86 Mio. Euro zu Reals Erzrivalen FC Barcelona wechselt, ist mit einer Adduktorenverletzung für das Real-Hinspiel fraglich. Dazu kämpft auch der argentinische Teamspieler Nicolas Taglafico mit Knieproblemen. Bei Real stehen mit Ausnahme von Isco alle Topstars zur Verfügung.




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