Letztes Update am Di, 12.02.2019 12:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela-Krise: Italiens Regierung verteidigt neutrale Haltung



Rom (APA) - Die italienische Regierung, die im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern den selbsternannten venezolanischen Interimspräsidenten Juan Guaido bisher nicht anerkannt hat, hat am Dienstag ihre neutrale Position in der Venezuela-Krise verteidigt.

„Italien fordert so rasch wie möglich Wahlen in Venezuela, diese Position steht im Einklang mit der gemeinsamen Erklärung der sogenannten Montevideo-Gruppe“, sagte Außenminister Enzo Moavero Milanesi in einer Ansprache vor dem italienischen Parlament. Italien bemühe sich um die Sicherheit und die Interessen der italienischen Staatsbürger und Unternehmen in Venezuela. „Dies ist eine Pflicht unseren Landsleuten sowie der italienischen Gemeinschaft in Venezuela gegenüber“, so Moavero Milanesi.

Es seit wichtig, Initiativen zu ergreifen, um einen Bürgerkrieg in Venezuela zu vermeiden, erklärte der parteiunabhängige Minister. Präsident Nicolas Maduro sei vollkommen delegitimiert.

Die italienischen Koalitionsparteien Lega und Fünf Sterne einigten sich am Dienstag auf einen Antrag, mit dem die Regierung verpflichtet wird, diplomatische Anstrengungen für rasche Wahlen in Venezuela zu unternehmen. Über den Antrag muss das Parlament abstimmen. Die Regierungsparteien verfügen in beiden Parlamentskammern über eine solide Mehrheit.

Eine Delegation Guaidos war am Montag nach Rom gereist, um Italiens Regierung zu überzeugen, den selbsternannten Interimspräsidenten und nicht mehr Präsident Nicolas Maduro zu unterstützen. Rom blockiert bisher eine gemeinsame Haltung der EU-Regierungschefs zur Lage in Venezuela. Nachdem sich die Regierung nicht zu der Krise positionieren konnte, musste Staatspräsident Sergio Mattarella eingreifen, er rief zu einer gemeinsamen Linie auf.




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