Letztes Update am Di, 12.02.2019 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Männer bei Volksfest verprügelt: Zwei Kärntner vor Gericht



Klagenfurt (APA) - Wegen absichtlich schwerer Körperverletzung haben sich am Dienstag zwei Kärntner (22 und 27 Jahre alt) vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, vergangenen September am St. Veiter Wiesenmarkt zwei Deutsche verprügelt zu haben. Da die Aussagen von Zeugen und Opfern stark variierten, wurde die Verhandlung vertagt.

Die Tat hatte sich am Eröffnungstag des Volksfestes ereignet. Staatsanwältin Gabriele Lutschounig warf den Angeklagten vor, zwei Deutsche brutal verprügelt zu haben - wörtlich sprach sie in ihrem Anklagevortrag von einem „vollkommen unkontrollierten Aggressionsausbruch“. Angefangen hatte alles, als einer der beiden Kärntner gegen eine Hauswand außerhalb des Festgeländes urinierte und daraufhin von einem Passanten, einem 72-jährigen Deutschen, zur Rede gestellt wurde. Die Situation schaukelte sich hoch, schließlich schlugen der 22-Jährige und sein 27-jähriger Begleiter den 72-Jährigen und seinen Schwiegersohn nieder - laut Anklage versetzten sie ihren Opfern Faustschläge und Fußtritte. Für den älteren Deutschen endete die Attacke mit einem komplizierten Nasenbeinbruch, der andere kam mit leichten Verletzungen davon. Die beiden Kärntner flüchteten, wurden aber kurze Zeit später festgenommen.

Der 22-Jährige bekannte sich vor Richterin Sabine Roßmann vollinhaltlich schuldig. Er habe den 72-Jährigen einen Faustschlag versetzt, bei dem er ihm wohl die Nase gebrochen habe, danach habe er auch noch auf den am Boden Liegenden eingetreten. Der 27-Jährige gab jedoch an, nur Faustschläge gegen den Schwiegersohn des Älteren ausgeteilt zu haben - vornehmlich um sich zu wehren, da dieser ihn ebenfalls geschlagen habe. Fußtritte will er keine gesetzt haben - er bekannte sich lediglich der Körperverletzung schuldig. Auch Zeugenaussagen, wonach beide auf den älteren Mann eingetreten haben sollen, bestritt er.

Wenig Klarheit konnten auch die Aussagen von insgesamt vier Zeugen bringen, die unterschiedliche Dinge wahrgenommen beziehungsweise gewisse Details nicht gesehen haben wollen. Im Gerichtssaal verlesen wurden auch die Aussagen der beiden Deutschen, die nicht nach Klagenfurt gekommen waren. Sie unterschieden sich sogar in einem entscheidenden Punkt - nämlich in dem, welcher der Kärntner gegen die Wand gepinkelt und dem 72-Jährigen den ersten Schlag versetzt hatte. Sie sollen am nächsten Verhandlungstag per Videokonferenz befragt werden. Ebenfalls aussagen sollen weitere Augenzeugen und die Polizeibeamten, die die Aussagen protokolliert hatten.




Kommentieren