Letztes Update am Di, 12.02.2019 13:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europarat äußert sich alarmiert über Angriffe auf Journalisten



Straßburg (APA/AFP) - Der Europarat ist alarmiert über immer massivere Angriffe auf Journalisten und Medien. Die Pressefreiheit in Europa sei derzeit so gefährdet wie nie zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges, stellte die paneuropäische Länderorganisation am Dienstag in einem Bericht fest. Demnach wurden dem Europarat im Vorjahr 140 gravierende Übergriffe auf Journalisten in 32 seiner 47 Mitgliedsländer gemeldet.

Der Europarat nennt als Beispiele einen Bombenanschlag auf eine Reporterin in Montenegro, einen Messerangriff auf einen Journalisten in Mailand und ein versuchter Giftanschlag auf Mitarbeiter einer ukrainischen Nachrichtenwebsite. 130 Journalisten befanden sich dem Bericht zufolge zudem Ende 2018 in Haft, davon allein 110 in der Türkei. Das Mittelmeerland sei damit das „weltweit größte Gefängnis für Journalisten“.

Die Erhebung basiert auf Meldungen über Angriffe auf die Pressefreiheit, die zwölf Partnerorganisationen - darunter internationale Journalistenverbände, die Organisation Reporter ohne Grenzen und der Pen-Club - regelmäßig an den Europarat senden.

Die Länderorganisation fordert anschließend die betroffenen Staaten zu einer Stellungnahme auf. Nur in knapp 40 Prozent der Fälle hat der Europarat nach eigenen Angaben eine Antwort erhalten. Russland, die Türkei, Italien, Bosnien-Herzegowina und Aserbaidschan reagierten demnach im vergangenen Jahr auf keine einzige Nachfrage.

~ WEB http://hub.coe.int/ ~ APA273 2019-02-12/13:15




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