Letztes Update am Di, 12.02.2019 13:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stoltenberg schloss Friedensschluss in Afghanistan ohne Regierung aus



Kabul (APA/AFP) - Vor dem Hintergrund der Friedensverhandlungen der USA mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg eine Vereinbarung ohne Einbeziehung der afghanischen Regierung ausgeschlossen. Die NATO unterstütze alle Friedensbemühungen in Afghanistan, sagte Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. Dabei komme der Regierung in Kabul aber „eine Schlüsselrolle“ zu.

Es gehe zudem „nicht um das Aushandeln eines Abzugsvertrags, sondern um einen Friedensvertrag“. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Hälfte der rund 14.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen zu wollen. Dort stellen die USA mit fast 8.500 Soldaten das Rückgrat der NATO-Ausbildungs- und Unterstützungsmission „Resolute Support“. Andere NATO-Verbündete in Afghanistan sind für den Erhalt ihrer Einsätze auf Luft- und Transportkapazitäten der US-Armee angewiesen.

„Wir sind zusammen nach Afghanistan gegangen und wir entscheiden zusammen über unser künftige Haltung“, sagte Stoltenberg zur Zukunft der Mission. Die NATO werde den Druck auf die Taliban aufrechterhalten. Diese müssten verstehen, „dass sie nicht auf dem Schlachtfeld gewinnen können und sich an den Verhandlungstisch setzen müssen“.

Der US-Gesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, hatte am Montag die an „Resolute Support“ beteiligten NATO- und Partnerstaaten über den Stand der Gespräche mit den Taliban informiert. Vergangene Woche sagte Khalilzad, er hoffe auf einen Friedensvertrag für Afghanistan bis zu den im Juli vorgesehenen Wahlen.

Die NATO hatte nach dem Ende ihres Kampfeinsatzes in Afghanistan Ende 2014 die Ausbildungs- und Unterstützungsmission „Resolute Support“ eingerichtet. Sie umfasst derzeit gut 16.900 Soldaten. Die NATO-Staats- und Regierungschefs hatten Afghanistan im vergangenen Juli zugesichert, die Mission bis 2024 weiter zu finanzieren.




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