Letztes Update am Di, 12.02.2019 14:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NATO: Russland baut weitere Mittelstreckenraketen



Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Die Bedrohung Europas durch russische Mittelstreckenraketen wird nach Einschätzung der NATO weiter zunehmen. Moskau habe mittlerweile mehrere Bataillone mit den Marschflugkörpern vom Typ SSC-8 ausgestattet und baue weitere SSC-8, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel.

Die NATO wolle kein neues Wettrüsten, aber man werde bei dem Verteidigungsministertreffen an diesem Mittwoch diskutieren, wie sich das Bündnis an eine Welt mit zusätzlichen russischen Raketen anpassen sollte. Stoltenberg betonte, dass die NATO derzeit nicht die Absicht habe, in Europa neue landgestützte atomare Mittelstreckenraketen zu stationieren. Zu seegestützten oder luftgestützten Waffensystemen äußerte er sich allerdings nicht.

Wegen der russischen Raketen vom Typ SSC-8 (Russisch: 9M729) hatten die USA Anfang Februar den INF-Vertrag zum Verzicht auf landgestützte atomare Mittelstreckenwaffen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern gekündigt. Washington wirft Moskau gemeinsam mit den NATO-Partnern vor, dass die SSC-8 gegen das Abkommen aus dem Jahr 1987 verstoßen. Die russischen Marschflugkörper sollen demnach mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden können und eine Reichweite von deutlich über 2.000 Kilometern haben.

Russland weist den Vorwurf der Vertragsverletzung zurück und gibt die maximale Reichweite der Flugkörper mit nur 480 Kilometern an. Die Regierung in Moskau hat allerdings bereits angekündigt, sich wie die USA ab sofort nicht mehr an den Vertrag halten zu wollen. Er endet offiziell erst im August nach Ablauf einer sechsmonatigen Kündigungsfrist.

Der NATO-Generalsekretär lobte die von Deutschland angekündigte Steigerung der Verteidigungsausgaben. Die jüngst angekündigte Erhöhung des Wehretats sei „signifikant und wichtig, da Deutschland so eine große Wirtschaft“ habe, sagte Stoltenberg im Vorfeld des Treffens. Vergangene Woche hatte die deutsche Regierung der NATO eine Steigerung des Verteidigungsetats bis 2024 auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes angekündigt. US-Präsident Donald Trump forderte jedoch ein viel höheres Tempo. Stoltenberg betonte, dass alle 29 NATO-Mitglieder vom Sparkurs abgerückt seien und nun mehr Geld in die Verteidigung stecken wollten

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA324 2019-02-12/14:12




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