Letztes Update am Di, 12.02.2019 15:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brutaler Antidrogenkrieg in Bangladesch schreckt Dealer auf



Dhaka (APA/AFP) - Aus Angst, Opfer eines brutalen Antidrogenkriegs in Bangladesch zu werden, wollen sich über hundert Drogenhändler am Samstag den Behörden stellen. Unter ihnen seien neben Dealern und Schmugglern auch mehrere „Paten“, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Polizeichef Masud Hossain sprach von einem historischen Erfolg. Er sei mit dem Ende des Medellin-Kartells in den 1990er-Jahren in Kolumbien zu vergleichen, sagte Hossain. Die Behörden in Bangladesch hatten im Mai vergangenen Jahres einen unbarmherzigen Feldzug gegen Drogenkriminalität gestartet. Knapp 300 Verdächtige wurden seitdem landesweit getötet und 25.000 weitere festgenommen. Gleichzeitig beschlagnahmten die Ermittler eine Rekordzahl von 53 Millionen Tabletten der gefährlichen Designerdroge „Yaba“.

Nach Angaben der Polizei erhalten diejenigen Drogendealer, die sich in der Stadt Teknaf den Behörden stellen wollen, keine Amnestie. Das sei den Betroffenen jedoch egal, sagte Vize-Polizeichef Iqbal Hossain. „Sie wollen nur ein normales Leben führen. Ihr Gewerbe wurde ihnen zu gefährlich“.

Teknaf gilt als Zentrum des Drogenschmuggels in Bangladesch. Die Stadt liegt im Bezirk Cox‘s Bazar an der Grenze zu Myanmar. Dort leben hunderttausende der muslimischen Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar, und viele von ihnen verdienen sich etwas Geld als Drogenkuriere. Laut den Behörden konsumieren rund fünf Millionen Menschen in Bangladesch Rauschgift, zumeist „Yaba“-Tabletten. Wer in Bangladesch mit der hochwirksamen und gefährlichen Droge aus der Gruppe der Amphetamine handelt, muss seit vergangenem Jahr mit der Todesstrafe rechnen.




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