Letztes Update am Di, 12.02.2019 15:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ökostrom - Massiver Wildverbiss schadet dem Wald



Wien (APA) - Wie steht es um den Wald?

Fast die Hälfte des Staatsgebietes ist Wald. Neben Unwetter und Borkenkäfer setzt ihm der massive Wildverbiss zu. Im Wildschadensbericht 2017 ist etwa zu lesen: „Die Ergebnisse für die Jahre 2013-2015 zeigen für etwa die Hälfte der Bezirke Verbesserungen, in mehr als einem Drittel der Bezirke war der Wildeinfluss auf die Waldverjüngung jedoch angestiegen. Die Verbissschäden sind (...) in vielen Bezirken so hoch, dass sie die Verjüngung des Waldes beeinträchtigen. Die Einschätzungen der Forstaufsichtsdienste über die Entwicklung der Verbiss- und Schälschadenssituation geben wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Lage in den letzten Jahren grundlegend verbessert hätte.“ In Sachen Wildverbiss gibt es teilweise einen Interessenskonflikt zwischen Waldbesitzer und Jäger - erstere wollen ungeschältes Holz, letztere oftmals üppige Trophäen älterer Tiere.

Wer zahlt die Subvention für die Energie aus dem Wald?

Bezahlt wird sie von den Konsumenten über die Stromrechnung. 2017 belief sich die Förderung auf knapp 200 Mio. Euro bei fester Biomasse. Insgesamt (samt Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik) wurden 2017 über 800 Mio. Euro ausgeschüttet, was rund 100 Euro pro Haushalt und Jahr bedeute.

Wer steht auf welcher Seite?

Es ist auch ein Match Landwirte gegen Papierindustrie. Während sich erstere über eine zusätzliche Einnahmenquelle freuen, ist die thermische Verwertung ein Preistreiber für die Papierindustrie. Die Industrie argumentiert, dass sie das Holz einer Mehrfachverwertung zuführt, bevor es letztendlich verbrannt wird. Die Bauern wiederum argumentieren unter anderem damit, dass sie mit den Anlagen große Mengen an Schadholz verbrennen können.

Wie grün ist die Biomasse?

Auf der Positiv-Seite steht die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, allerdings hat deren Anbau und Ernte einen Preis. Wird Getreide verwendet, fallen Pestizide und Düngemittel, manchmal auch künstliche Beregnung, an. Des weiteren erfordert der Einsatz von Erntegeräten auch Rohstoffe, und die Verbrennung von Holz ist auch ökologisch eine Herausforderung - Stichwort Ruß. Des weiteren müssen die Anlagen lediglich einen Wirkungsgrad von 60 Prozent haben, 40 Prozent verbrennen also ungenutzt.




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