Letztes Update am Di, 12.02.2019 20:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski-WM: Österreich beschwor am Start den Teamspirit und holte Silber



Aare (APA) - Das schwedische Publikum hat den Teambewerb am Dienstag bei der Ski-WM in Aare zu einem großen Fest gemacht. „Voll cool! Mit den Mädels zusammen macht das richtig Spaß, die sind brutal stark gefahren“, sagte Marcel Schwarz (23) aus Österreichs Silber-Team. „Du braucht den Teamspirit“, weiß Katharina Truppe (23), deren erster Medaillengewinn „einen Haufen Glücksgefühle auslöste“.

Aus dem ÖSV-Team bei Olympia, das auch in Pyeongchang zur Silbermedaille gefahren war, waren am Dienstag Schwarz, Katharina Liensberger (21) und Michael Matt (25) mit dabei, die vierte Aktive im Bunde war Truppe, die ihre erste Medaille überhaupt bejubelte. Franziska Gritsch und Christian Hirschbühl kamen als Reservefahrer nicht zum Einsatz, erhielten aber ebenfalls noch im Stadion Edelmetall umgehängt.

Zwei Rennen, zwei Medaillen - die Ausbeute von Kombi-Bronzemedaillengewinner Schwarz in Aare liegt bei einhundert Prozent. „Die Piste hat nachgelassen, aber wenn man gescheit drübergestanden ist, hat das schon gepasst“, sagte er Kärntner und freute sich auf seinen Pausetag am Mittwoch. „Der Bewerb geht schon auch rein und kostet Energie. Den brauche ich unbedingt, heute war der sechste Tag hintereinander.“ Aus den Zeremonien und Terminen nach dem Rennen wollte er sich aber Energie für künftige Aufgaben holen.

Österreich beschwor vor dem Bewerb den Teamspirit, das fiel nicht schwer, seien doch alle jung und würden sich sehr gut verstehen, erklärte Schwarz. „Wir sind in der Konstellation zum ersten Mal gefahren, wir pushen uns am Start gegenseitig, so funktioniert das dann gut. Mit taugt das.“

Dass es eine spezielle Herausforderung ist, eine andere Läuferin neben sich zu haben, weiß auch die Vorarlbergerin Liensberger. „Es heißt alles geben, sich selbst zu pushen und sich auf sich selbst zu konzentrieren.“ Es sei etwas ganz Besonderes, zusammen zu fahren, die Stärke des eigenen Teams zu zeigen und das Können unter Beweis zu stellen. Finalgegner Schweiz hatte sie wie bei Olympia als starken Kandidaten erwartet („Herzliche Gratulation“), man müsse einfach weiter an sich arbeiten, dann werde man sehen, wie das in Zukunft ausschaut. „Auch wenn es am Ende nicht ganz nach vor gereicht hat, ich denke, wir können superhappy mit der Silbermedaille sein.“

Auch bei Matt löst der gemeinschaftliche Auftritt ein „anderes Gefühl“ aus. „Jeder muss seine Bestleistung abrufen, und du bist nicht alleine verantwortlich.“ Der Tiroler benötige etwas Zeit zum Reinkommen („Zum Glück hatten wir am Anfang nicht die stärksten Gegner“), aber es sei von Runde zu Runde besser geworden. „Es ist schön, wenn man antritt und eine Medaille gewinnt. Das ist das Ziel, wenn man das erreicht, ist es super. Aber das große Ziel ist eine Einzelmedaille“, gab er zu Protokoll. Zum Finalgegner Schweiz meinte er: „Die haben Athleten am Start, wo alle Podiumsfahrer sind in ihren Disziplinen, das ist sicher das, was sie auszeichnet.“

Truppe war beim Mitzittern ein kleines Nervenbündel, sie sei schon öfter beim Teambewerb dabei gewesen und es kam das Aus in der ersten Runde. „Jetzt bin ich unendlich froh.“

Das Nur-gemeinsam-sind-wir-stark-Motto hatte auch sie verinnerlicht. „Es hilft nichts, wenn nur eine gewinnt, und die anderen nicht gut fahren. Als ich den ersten Lauf als Erste runtergefahren bin und den anderen zugeschaut habe, war ich so nervös, ich habe es fast nicht ausgehalten. Ich war froh, dass ich dann beim letzten als Dritter fahren durfte und sie gesagt haben, es steht 1:1. Ich wusste, ich muss alles riskieren“, sagte die Kärntnerin, die den „Teamspirit“ spürte. „Die erste Medaille ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich bin sehr happy.“




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