Letztes Update am Di, 12.02.2019 21:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„El Chapo“-Prozess - US-Regierung: „Blutige Herrschaft“ beendet



Washington (APA/dpa) - Nach dem Schuldspruch gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán feiert die US-Regierung seine Verurteilung in allen zehn Anklagepunkten als großen Erfolg. Das Urteil zeige die „herausragende Reichweite der US-Regierung“, teilte der interimistisch amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker nach dem Urteil am Dienstag mit.

Guzmáns „kriminelles Unternehmen flutete die Straßen der Vereinigten Staaten mit Hunderten Tonnen Kokain sowie enormen Mengen anderer gefährlicher Drogen wie Heroin und Methamphetamin“, hieß es in der Stellungnahme. Guzmán habe unaufhörlich versucht, den Einfluss des von ihm geführten Sinaloa-Kartells auszubauen und an Macht zu gewinnen, erklärte der US-Präsident Donald Trump nahe stehende Whitaker. Das habe zu einer „Welle der Korruption und Gewalt“ in Mexiko sowie in den USA geführt.

Das Urteil sei in dem Kampf gegen Drogenschmuggel eine „unwiderlegbare Botschaft an die in Mexiko verbleibenden Hauptakteure, dass sie letztlich festgenommen und verurteilt werden“. Die USA und Mexiko würden weiter mit allen Mitteln gegen Drogenschmuggler und deren Organisationen kämpfen.

Staatsanwalt Richard Donoghue sagte, Guzmáns „blutige Herrschaft an der Spitze des Sinaloa-Kartells ist beendet, und der Mythos, dass er nicht zur Rechenschaft gezogen werden könne, ist widerlegt“. Unter anderem lobten auch Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und die Spitzen der Drogenbekämpfungsbehörde DEA und der Bundespolizei FBI das Urteil.

Die Jury hatte den früheren Chef des Sinaloa-Kartells nach dem Prozess über fast drei Monate schuldig gesprochen. Der 61-Jährige muss damit für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Es war einer der größten Prozesse zur Drogenkriminalität in der Geschichte der USA.




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